Fahrzeugspezialist Zanner geht mit Partner zusammen

Zanner in Himmelkron. Foto: red

HIMMELKRON. Die beiden mittelständischen Nutzfahrzeugspezialisten Zanner Fahrzeugbau (Himmelkron) und Albert Fahrzeugbau (Wendelstein) arbeiten zukünftig enger zusammen. Zum 1. Januar 2020 gründen die beiden Unternehmen eine gemeinsame Holding, unter deren Dach beide Firmen auch in Zukunft eigenständig agieren sollen.

Die neue Firmengruppe mit dem Namen Bavaria Fahrzeugbau wird mit Sitz in Wendelstein gegründet. Sie wird mit einem Umsatz von etwa 25 Millionen Euro und 140 Mitarbeitern an vier Standorten der führende Anbieter von kundenspezifischen Aufbaulösungen für Nutzfahrzeuge im nördlichen Bayern, heißt es in einer Mitteilung.

Beide Unternehmen gelten seit Jahrzehnten als Experten für kundenspezifische Nutzfahrzeuge. Die Unternehmen entwickeln, fertigen, montieren, individualisieren und warten Lastwagen-Aufbauten, unter anderem Ladekräne, Kipper und weitere Transportlösungen für Logistiker, Baugewerbe und kommunale Einrichtungen. „Zwei gleiche Fahrzeuge sind bei uns schon eine Kleinserie“, hatte Zanner-Chef Klaus Seifert dem Kurier vor einiger Zeit gesagt.

„Die Digitalisierung, die Elektromobilität und der Fachkräftemangel sind für uns nicht nur Schlagworte, sondern Themen, die uns ganz konkret beschäftigen. Nach intensiven Gesprächen haben wir Gesellschafter der Albert Fahrzeugbau und der Zanner Fahrzeugbau deshalb beschlossen, gemeinsam diese großen Veränderungen anzugehen und beide Firmen unter dem Dach der Bavaria Fahrzeugbau Holding GmbH zusammenzuführen.

Mit diesem Schritt sichern wir die Zukunft unserer beiden Unternehmen“, wird Mario Borchert, Geschäftsführer von Albert Fahrzeugbau, zitiert: „Für unsere Kunden heißt dies, dass wir mehr Manpower haben und schneller Aufträge erledigen können, sei es in der Entwicklung, der Montage oder im Service.“

Klaus Seifert, geschäftsführender Gesellschafter von Zanner, sagt: „Der Zusammenschluss hilft uns auch, Mitarbeitern bessere Perspektiven zu bieten, versierte Fachkräfte zu finden und als adäquate Nachfolger zu binden. Wir sind schließlich nicht mehr die Jüngsten.

Und die teilweise sehr wartungsintensiven LKW-Aufbauten, wie beispielsweise mit hydraulischem Ladekran, wollen langfristig gut betreut sein. Hier stehen wir in Verantwortung gegenüber unseren Kunden, denen wir mit einer geordneten Nachfolge-Regelung auch künftig ein starker Partner bleiben wollen.“

Der Geschäftsführung der neuen Holding wird neben Borchert und Seifert auch Karl Heinz Wieland als Vorsitzender angehören. Wieland, bisher und auch weiterhin mit Mario Borchert in der Geschäftsführung der Albert Fahrzeugbau GmbH, wird ab Januar 2020 gemeinsam mit Klaus Seifert die Geschäfte der Zanner Fahrzeugbau GmbH leiten. Somit wird Wieland zur zentralen Integrationsfigur des Zusammenschlusses. Mit seiner langjährigen Management-Erfahrung in verschiedenen Unternehmen habe er auch die Zanner-Mitarbeiter überzeugt. Das habe sich bei einer Betriebsversammlung gezeigt.

Beide Unternehmen sollen wie bisher eigenständig agieren. Der ebenfalls zu Zanner gehörende Standort Rednitzhembach wird allerdings am 1. Februar 2020 aufgegeben. Der Geschäftsbetrieb einschließlich der Mitarbeiter wird von Albert übernommen und zukünftig an den Standorten Wendelstein und Nürnberg weitergeführt.

„Mit den neuen Mitarbeitern, die von Rednitzhembach zu uns kommen, verfügen wir zusätzlich über das Know-how zur Wartung und Reparatur von Hiab-Systemen. Diesen Service werden wir für Bestandskunden natürlich aufrechterhalten“, ergänzt Borchert.

Die über 30-jährige Erfolgsgeschichte der Zusammenarbeit zwischen Zanner und Hiab, einem Hersteller von Ladekranen und Wechselladern, endet zum 31. Dezember 2019, nachdem Hiab den Zusammenschluss von Albert und Zanner nicht habe unterstützen wollen. „Die Kollegen von Albert Fahrzeugbau haben uns in den letzten Monaten sehr dabei geholfen, adäquate Alternativen zu Hiab zu finden“, so Seifert.

 

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