Elisabethverein Kleine Freuden in der Hauptstraße

So haben sie sich das vorgestellt: Andrea Eichenmüller (rechts) und Monika Blechschmid (links) kommen ins Gespräch. Foto: Julian Seiferth

POTTENSTEIN. Es gibt einen neuen Laden in der Innenstadt. Doch anders als bei den meisten anderen, geht es hier nicht ums Geld – zumindest nicht vorrangig.

Wer in das kleine Geschäft in der Hauptstraße 3 kommt, der sieht zwei Frauen, die entspannt an einem kleinen Tisch mitten im Raum sitzen. Die beiden stellen sich vor als Andrea Eichenmüller, die Vorsitzende des Elisabethvereins, und ihre Stellvertreterin Monika Blechschmid. „Wir wollen in diesem Laden ein niederschwelliges Gesprächsangebot schaffen“, erklärt Eichenmüller. Neben dem Geschäft dient der Raum also noch in anderer Funktion – mehr Treffpunkt als Geschäftsstelle.

Vorbild ist die heilige Elisabeth

„Die Geschichte“, so die 50-jährige Eichenmüller, „geht nicht mit der Eröffnung des Ladens am 1. Juli los, sondern vor elf Jahren.“ Damals feierten die Pottensteiner gerade das 780. Jubiläum des Aufenthalts der heiligen Elisabeth auf der Burg. Im Zuge dieser Feier gründete sich der Elisabthverein, der es der Legende der Heiligen gleichtun und sich für Menschen in Not einsetzen will – speziell für alte Menschen und die, die trauern. „Daher haben wir auch unseren Slogan: Dem Leben die Hand reichen, auch über den Tod hinaus“, erklärt Eichenmüller.

Raum für Trauer

Der Verein will der Trauer Raum geben. „Für Trauernde ist es schwer in unserer Gesellschaft, gerade dann, wenn es um einen nahestehenden Menschen geht oder der Tod plötzlich kam. Das macht den Abschied noch schwerer“, sagt die Vorsitzende. Auch Demenz sei ein Thema. Dazu biete der Verein auch Vorträge und Seminare an.

Menschen froh machen

In den Räumen, in denen Eichenmüller bis vor Kurzem noch den Bioladen betrieb, ist nun nichts mehr bio. Der Verein verkauft hier jetzt kleine Geschenke, Handreichungen, Glückwunsch- und Trauerkarten. Oder, wie es die stellvertretende Vorsitzende Monika Blechschmid formuliert: “Wir verkaufen Kleinigkeiten, die Freude machen. Wie Elisabeth gesagt hat: Wir sind auf dieser Welt, um die Menschen froh zu machen.“

Unterstützung der gemeinnützigen Arbeit

Die Einnahmen aus dem Geschäft fließen komplett in die Vereinsarbeit. „Wir sind ein Verein von Ehrenamtlichen, der sich sonst aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert“, erklärt die 50-Jährige. Der Elisabethladen sei eine weitere Einnahmequelle, aus der der Verein seine gemeinnützigen Aktionen finanzieren wolle, so die Vorsitzende: „Wir bieten am 14. September einen Ausflug zum Brombachsee an, inklusive An- und Abreise und einer Schifffahrt. Das ist mit den fünf Euro, die wir verlangen, nicht gedeckt“, rechnet Andrea Eichenmüller vor, deren Verein über 80 Mitglieder zählt.

Christlich geprägter Verein

„Wir bringen natürlich alle unterschiedliche Hintergründe mit, aber sind ein vom christlichen Menschenbild geprägter Verein“, sagt Eichenmüller. Gerade für Konfessionslose sei das Trauern noch härter. „Für die wollen wir natürlich auch da sein“, so die 50-Jährige. Und genau dazu soll der Laden auch dienen: „Wer mit uns sprechen will oder unsere Hilfe braucht, findet uns hier.“

 

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