B289 Junges Paar stirbt nach Kollision mit Baum

Nico Schwappacher , aktualisiert am 21.06.2022 - 13:05 Uhr

Nur 16 und 23 Jahre alt wurden die Insassen eines Autos, das am Montag bei Münchberg von der Straße abgekommen ist. Im Wagen dahinter saßen Freunde der Verstorbenen.

Ein 23-Jähriger verliert die Kontrolle. Sein Auto verlässt die Fahrbahn. Als wenig später die Feuerwehr an die Unfallstelle kommt, steht es da, Dach an Baum. Über die Motorhaube hat sich das Buschwerk gelegt. Als die Feuerwehr den weinroten Mitsubishi Galant  wieder auf die Räder hievt, sieht er aus wie eine mit zu viel Kraft aufgehebelte Blechdose: Totalschaden. Doch was viel schlimmer ist: Die Kollision hat zwei jungen Menschen noch am Ort des Geschehens das Leben gekostet. „Ein Pärchen“, sagt Jörg Urban, Leiter der Polizeiinspektion Münchberg, der Agentur News5  in die Kamera, die auch die Bilder von der Unfallstelle festgehalten hat. 

Zugetragen hat sich der Unfall, wie aus der Polizeimeldung hervorgeht,  gegen 21.30 Uhr auf der B 289 zwischen Münchberg und Marktleugast auf der Höhe des Weilers Pulschnitzberg. Freunde des Pärchens fuhren in einem Auto hinter den beiden und mussten den Unfall mit ansehen. Durch den aufgewirbelten Staub des Unfalls kam auch ihr Auto von der Fahrbahn ab und landete in einem Feld. Der 18-jährige Fahrer und seine gleichaltrige Beifahrerin erlitten einen Schock.  Wie auf Nachfrage unserer Zeitung bei Polizei und Staatsanwaltschaft zu erfahren war, stammten die beiden Unfallopfer aus dem Landkreis Hof. Woher sie kamen und wohin sie fuhren, dazu lägen keine Erkenntnisse vor, hieß es am Dienstag.

Zur Klärung des Unfallhergangs, die am Dienstagnachmittag noch andauerte, kam auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hof ein Sachverständiger an die Unfallstelle und unterstützte die Beamten der Polizei Münchberg bei der Unfallaufnahme. Die Bundesstraße war für über vier Stunden total gesperrt.

Allein vonseiten der Feuerwehr waren um die 50 Personen im Einsatz – 20 davon aus Münchberg, der Rest aus  nahe gelegenen Ortsteilwehren. Dabei ging es vor allem darum, die Unfallstelle abzusperren.

Viel wisse man vorab nicht darüber, was einen als Feuerwehrmann oder -frau an einer Unfallstelle erwartet, erklärt auf Andreas Hentschel, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Münchberg. „Man fährt hin und irgendwann sieht man es dann. Natürlich macht man sich auf der Anfahrt schon so seine Gedanken.“ Diesmal lautete die Information, die die Leitstelle an die Wehr herausgab: „Unfall mit eingeklemmter Person.“

Dass das Paar in dem Auto am Baum bereits verstorben war, als die Einsatzkräfte eintrafen, das habe der Notarzt rasch festgestellt.  Für die Feuerwehr gibt es ab diesem Moment am Fahrzeug nichts mehr zu tun. Gefragt sind dann: Polizei, Gutachter, Abschleppdienst, Bestatter.

Die Wehrleute hatten von da an, neben der Verkehrssicherung, vor allem ein Auge auf die Brandsicherheit.  Außerdem halfen sie  dabei mit, die Ersthelfer zu versorgen – denen die Unfallopfer laut Hentschel    vermutlich bekannt waren. Möglicherweise sei es auch einigen Einsatzkräften so gegangen. Nicht zuletzt deshalb  war  ein Team aus Notfallseelsorgern an die Einsatzstelle gekommen.

Am nächsten Morgen ist das Unfallauto verschwunden. Die Gräser zittern um die Leitpfosten. „So eine idyllische Gegend, wenn nicht so schlimme Sachen passieren würden“, sagt ein Gutachter in eine Reporter-Kamera. An diesem Dienstagvormittag ist die B 289 erneut für zirka eine Stunde gesperrt. Es entstehen noch einmal Fotos von der Unfallstelle, auch Luftaufnahmen mit einer Drohne. Sie sollen dem Sachverständigen bei seinem Gutachten zur Unfallanalyse helfen. So gehe es zum Beispiel darum, maßstabsgetreue Skizzen vom Unfallort anfertigen zu können, erklärt Julia Küfner, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Sonne leuchtet nun aus, was geblieben ist vom schrecklichen Geschehen des Vorabends: ein Baum, dem der Aufprall große Stücke von Rinde genommen hat. An der verwundeten Stelle lehnt ein kleiner Strauß von Blumen.

 

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