Die Stimme Griechenlands Nana Mouskouri wird 85 Jahre alt

Die griechische Sängerin Nana Mouskouri während eines Interviews. Seit Jahrzehnten ist sie für viele Menschen die Stimme Griechenlands. Ihr Markenzeichen eine schwarze Brille. Und sie singt weiter. Am 13. Oktober wird Nana Mouskouri 85 Jahre alt. Foto: Britta Pedersen/dpa

ATHEN. Das monumentale Herodion Amphitheater unterhalb der Akropolis war fast voll, als am 26. September Nana Mouskouri auftrat - die wohl weltweit bekannteste griechische Sängerin.

„Es sind mehr als 60 Jahre vergangen und ich bin wieder da“, sagte sie den etwa 5000 Zuschauern. Und dann ging es los, „ihre Stimme ist trotz des hohen Alters voll da“, sagte Ioanna Kimpezi, eine Zuschauerin, die kein Mouskouri Konzert in Athen seit 40 Jahren verpasst hat, wie sie selbst sagt. Am 13. Oktober wird Nana - wie die Griechen sie nennen - 85 Jahre alt.

Nach dem Konzert in Athen waren vor allem ältere Menschen gerührt. „Sie erinnert uns an unsere Jugend“, sagten sie. Aber auch Jüngere waren begeistert. Vor allem als Nana Mouskouri in ihrer Muttersprache sang. Was seit Jahren selten vorkommt, da sie in der Schweiz lebt und nur noch gelegentlich nach Griechenland reist und dann auf Griechisch singt.

Mouskouri wurde 1934 auf Kreta geboren. Mit drei Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Athen. Als Teenagerin bekam sie den ersten Gesangsunterricht. Nach den schwierigen Jahren des Zweiten Weltkrieges und des griechischen Bürgerkrieges ging es nach oben: 1959 gewann Nana Mouskouri mit einem Liebeslied, „Kapou yparchei i agapi mou, ma denn xero pou“ (Übersetzt etwa: Irgendwo lebt der Mann, den ich lieben werde, nur ich weiß nicht wo) den ersten Preis des griechischen Gesangswettbewerbs. Und mit einem anderen Lied auch noch den zweiten Preis.

Die Sängerin wäre aber vielleicht nie weltweit bekannt geworden, wenn nicht der Jazz-Musiker Quincy Jones auf sie aufmerksam geworden wäre. Mit ihm hatte sie in den USA einen ersten kleinen Erfolg mit dem Album „The Girl From Greece Sings“. Sie sang unter anderem in Tourneen auch mit Harry Belafonte. Mouskouri wurde zunehmend auch in Europa bekannt. Ihr wohl größter Hit: „Weiße Rosen aus Athen“. Über Jahrzehnte hinweg blieb sie eine der beliebtesten Sängerinnen der Welt. Mouskouri hat unzählige LPs und CDs verkauft. Vergangenes Jahr gab es ein neues Album mit dem Titel „Forever young“.

Auch für Politik interessierte sich die Musikerin: In den 90er Jahren wurde sie für die konservative griechische Partei Nea Dimokratia ins Europäische Parlament gewählt. Nach dem Ende der Legislaturperiode gab sie auf: „Ich war von der Politik enttäuscht“, sagte sie immer wieder. 1993 wurde sie Unicef-Botschafterin.

Ihrem Land ist die Sängerin sehr verbunden, obwohl sie eine Enttäuschung erlebte: „Ich hatte mich bereiterklärt, an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2004 von Athen teilzunehmen. Man hat mir aber gesagt, ich passe nicht ins Konzept“, sagte sie damals der griechischen Presse verbittert.

 

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