Die kleinen Luchse sind da!

Noch tapsig und zusammengekuschelt: die beiden frisch geborenene Babys von Luchsdame Diana im Wildpark Mehlmeisel. Foto: Wildpark Foto: red

Das bange Warten ist vorbei:  Luchsdame Diana ist wieder da. Und hat in der Zwischenzeit zwei Babys geboren.

Es war die Sorge, die Eckard Mickisch am Freitagmorgen in den Wildpark trieb. "Ich konnte nicht mehr schlafen, also bin ich ins Gehege rein", sagt der Betreiber des Wildparks Mehlmeisel und lacht. Seit Anfang der Woche war die schwangere Luchsdame Diana verschwunden.Was entweder bedeuten kann, dass die Geburt naht. Oder dass etwas Schlimmes passiert ist.

Mickisch wirft Charles und Diana eine Rehkeule ins Gehege und schaut zu, wie Diana die künstliche Höhle im rechten Teil des Geheges verlässt und zu fressen beginnt. Während sich Charles liebevoll an sie kuschelt, rennt Mickisch los. Schnell krabbelt er durch ein rund drei Meter langes Rohr in die Höhle - wo zwei kleine Luchsbabys auf ihn zukrabbeln.

Die kleinen Luchse piepsen wie Vögel

"Sie piepsen wie Vögel, piep, piep, piep", sagt Mickisch. Noch sind die beiden blind, das werde sich aber bald ändern. Rund zehn Wochen wird Diana die beiden noch säugen, dann will Mickisch langsam auf Fleisch umsteigen. "Rehcarpaccio, Ratte, Lachs, das mögen sie."

Mickisch drückt auf den Auslöser und will schnell wieder verschwinden. Doch er ist zu langsam. "Sie hat mich durch den Schuh in den Fuß gebissen. Aber ich kann noch laufen", sagt er. Böse? Nein, böse auf Diana sei er keinesfalls. "Das ist halt ihr Schutzinstinkt, der ist sehr stark ausgeprägt."

Ab Samstag Kamera in der Höhle

Am Samstagmorgen will er sich nochmal ins Gehege wagen und in der Höhle eine Kamera installieren. Ganz so gefährlich wird es dann nicht mehr: Die Höhle ist künstlich und hat einen Deckel, den man in Notfällen abnehmen kann. Ins Internet werden die Bilder wohl nicht gestellt, weil das Internet beim Waldhaus zu langsam ist. Aber Mickisch will einen Fernsehbildschirm aufstellen, auf dem zumindest die Besucher des Wildparks die kleinen Luchse beobachten können.

Dass Diana bereits im ersten Jahr der Geschlechtsreife Junge bekommt, wertet Mickisch als ein Zeichen, dass es den beiden gut geht. "Sonst hätte das mit dem Nachwuchs sicher länger gedauert." Wann die Luchsdame die beiden Jungen das erste Mal präsentiert,  weiß Mickisch noch nicht. "Aber das können wir jetzt auch noch abwarten."

Immer wieder Sorge um Diana

Schon im vergangenen Sommer hatte die Luchsdame für Aufregung gesorgt: Damals war sie gestürzt und hatte sich lebensgefährlich verletzt. Doch sie hat keine Schäden davongetragen. "Klar, es kann immer noch was schiefgehen. Aber ich glaube eigentlich nicht, dass es Probleme geben wird", sagt Mickisch.

Eine Fotogalerie zu den Luchsen im Wildpark gibt es hier.

 

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