Auch Bezirkstagspräsident Henry Schramm sei sehr zufrieden mit dem Nachfolger von „Sternlaschmeißer“: „Jeder Oberfranke kennt unser Siegerwort. Wer hat nicht schon mal sowas gesagt wie ´A eeländer Fregger´ oder ´Des is su a Fregger!´. Der Ausdruck galt schon die letzten Jahre zu meinen Favoriten, weil ich diesen persönlich schon oft verwendet habe. Mir gefällt das Wort sehr!“

Mehr als 500 neue Wörter wurden alleine in diesem Jahr bei der Kultur-Service-Stelle des Bezirks Oberfranken eingereicht. Insgesamt stand der Jury eine Liste mit mehr als 2000 Wörtern zur Verfügung. Die Jury, bestehend aus Barbara Christoph, Leiterin der Kultur-Service-Stelle des Bezirks Oberfranken, Sabine Knieling vom Medienpartner Extra-Radio aus Hof, PD Dr. Almut König vom Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und Leiter des Bauernhofmuseums Kleinlosnitz, Bertram Popp, bekamen dieses Jahr mit Florian Bergmann dem Leiter des Präsidialbüros und der Öffentlichkeitsarbeit des Bezirks Oberfranken Zuwachs.

In der engeren Wahl zum sechsten oberfränkischen Wort des Jahres standen die Wörter „dahamm bleim“ und „gefänzig“. „Die Entscheidung ist uns anfangs schwergefallen, weil uns sehr viele neue Einsendungen erreicht haben. Besonders die vielen kreativen Einreichungen für den Mund-Nasen-Schutz waren auffällig und erstaunlich. Wir freuen uns über die große Resonanz und Begeisterung, die die Verkündung des oberfränkischen Wortes jedes Jahr mit sich bringt“, erläutert die Leiterin der KulturServiceStelle Barbara Christoph.

Zurückzuführen ist das Wort „Fregger“ auf das standarddeutsche Verb „verrecken“, einer saloppen Bezeichnung für „sterben“, an das die Endung -er angefügt wurde, um eine Person zu bezeichnen. Der Ursprung des Wortes ist den meisten Leuten, die das Wort gebrauchen, gar nicht bewusst, da sich die Wortbedeutung komplett ins Gegenteil verändert hat und von einem negativen Begriff „einer, der elend stirbt“ ins Positive „einer, der gewitzt und listig ist“ gewandelt hat. Sprachwissenschaftlich handelt es sich also hierbei um eine Bedeutungsverbesserung.

Zur Aktion „Oberfrankenwort des Jahres“:

2015 wurde erstmals das oberfränkische Wort des Jahres gekürt. Das Wort muss unseren Sprachschatz bereichern und das Gemeinte besonders treffend, originell oder präzise benennen. Das erste Siegerwort war das „Wischkästla“ – die fränkische Version des Smartphones, die Redewendung „A weng weng“ folgte. 2017 wurde das Wort „Urigeln“ gekürt, für das es im Hochdeutschen kaum einen Begriff gibt und das Gefühl beschreibt, wenn die kalten Hände oder Füße langsam auftauen und kribbeln. Daraufhin wurde 2018 „Derschwitzen“ passend zum extrem heißen und langen Sommer zum oberfränkischen Wort des Jahres gewählt und letztes Jahr „Sternlaschmeißer“ – die bildliche Beschreibung der Wunderkerze. Die Siegerwörter beleuchteten bisher immer einen anderen Aspekt der oberfränkischen Mundart.