Das Kreuzchen auf dem Stimmzettel war zügig gemacht. Deshalb bildete sich am Sonntag mit Öffnung der beiden Stimmlokale in der Volksschule in Kirchenthumbach pünktlich um 8 Uhr auch kein langer Wählerstau. Für die Wähler war die Fragestellung klar und einfach. Ein unkomplizierter Bürgerentscheid, wie auch mancher Wahlberechtigte bestätigte.

Gute

Zudem nutzten über 900 Kirchenthumbacher die Möglichkeit, per Briefwahl abzustimmen. Die Wahlhelfer registrierten in den beiden Stimmlokalen in der Grund- und Mittelschule schon bis zur Mittagszeit eine lebhafte Wahlbeteiligung. Bis zur Schließung der Wahllokale um 18 Uhr gaben 58,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab - ein beachtlicher Wert für einen Bürgerentscheid, wie ein Sprecher der Marktgemeinde mitteilt. Die gute Wahlbeteiligung zeigt das große Interesse an diesem Thema. Die Interessensgemeinschaft (IG) um Hermann Hummler, die den Bürgerentscheid initiiert hatte, verbucht das Ergebnis als großen Erfolg. „Wir sind sehr zufrieden. Es war eine wichtige Angelegenheit für Kirchenthumbach. Wir sind dankbar für alle Unterstützer und haben unser Ziel erreicht. Der Marktgemeinderat hat nun die Möglichkeit sich nochmals Gedanken zu machen“, erklärt Hummler am Sonntagabend.

CWG für Erhalt

Auch die CWG-Fraktion hatte sich für einen Erhalt der Schulgebäude stark gemacht und ein Alternativkonzept vorgestellt. „Ich bin überzeugt, dass der Erhalt der richtige Schritt ist. Durch das Ergebnis des Bürgerentscheids kommt auf uns im Gemeinderat nun Arbeit zu. Es wird erwartet, dass wir uns reinhängen. Wir haben nun einen klaren Auftrag von den Bürgern erhalten und fangen frisch an“, sagt CWG-Vorsitzender und Zweiter Bürgermeister Ewald Plößner.

Pläne überholt

Bürgermeister Jürgen Kürzinger, die SPD sowie die CSU wollten an der ursprünglichen Entscheidung des Marktgemeinderates die Gebäude abzureißen, festhalten. Vor allem, weil durch einen Erhalt nun auch der Schulneubau gegenüber des alten Gebäudes nicht nach den bisherigen Plänen verwirklicht werden kann.

Beschluss aufgehoben

SPD-Vorsitzender Jan Wiltsch nahm das Ergebnis sportlich: „Es ist kein Beinbruch. Damit ist der Beschluss des Marktrats, die Gebäude abzureißen, aufgehoben. Was das jetzt für den Neubau bedeutet, werden wir sehen. Die Aufgabe ist aus meiner Sicht auf jeden Fall anspruchsvoller geworden.“ Auch Bürgermeister Kürzinger zeigte sich am Sonntagabend gefasst. „Es ist eine demokratische Entscheidung und ein deutliches Ergebnis. Der Erhalt der Gebäude schafft neue Voraussetzungen und es wird eine Herausforderung“, sagt er auf Nachfrage. Welche Auswirkungen die Entscheidung auf einen Schulneubau hat, werde man sehen: „Das Thema wird den Marktgemeinderat sicherlich die nächsten Monate beschäftigen.“