Im August wurde das Flurdenkmal aus dem Mittelalter transloziert, was nichts anderes heißt als „Gebäudeversetzung“. Damit soll laut Stark und dem Leiter des Fränkische-Schweiz-Museums, Jens Kraus, der Stein in zweierlei Hinsicht gesichert werden: Im Museum wird der Sandstein mit den beiden herausgemeißelten Kreuzen einerseits konserviert und so vor der Verwitterung geschützt und andererseits haben Diebe keine Chance mehr.

Aktion

Unterstützung bekam Stark durch die Vorsitzende des Heimatvereins Plech, Anja Heisinger, sowie von der Leader-Arbeitsgemeinschaft Bayreuther Land, der Sparkassenstiftung, dem Förderkreis des Frankischen-Schweiz-Museums und der Oberfrankenstiftung. Damit war die circa 7200 Euro teure Rettungsaktion finanziert.

Kaum zu unterscheiden

Die Nachbildung ist vom Original kaum zu unterscheiden. Die Firma Muth machte vom Kreuzstein einen Abguss und bildete das Denkmal mittels Naturstein-Ergänzungmörtel nach. Eine Hinweistafel am Waldweg, die nächstes Jahr aufgestellt werden soll, wird darauf hinweisen, dass in einigen Metern Entfernung im Wald nur eine Nachbildung steht. Mit Hilfe von Vermessungstechniker Benjamin Gleißner kam der Kreuzstein wieder ziemlich genau an seine alte Stelle.

Stück Kindheitserinnerung

Für den Plecher Heimatforscher und Chronisten Heinz Stark ist die Sicherung des Steins nicht nur eine kulturhistorisch wichtige Maßnahme, sondern auch ein Stück Kindheitserinnerung. Sein Großvater Andreas Eckstein habe ihm das Weiße Kreuz damals zum ersten Mal gezeigt, als er noch ein kleiner Junge war. Deshalb ist er auch froh, dass der Kreuzstein nicht irgendwann bei Nacht und Nebel einfach verschwindet, wie das mit dem Naturdenkmal „Sattelstein“ vor einigen Jahren schon passiert ist.

Dolomitsäulen gestohlen

Kaum war die Nachbildung des Weißen Kreuzes eingesetzt, erreichte Stark die Nachricht vom Diebstahl alter Dolomitsäulen aus der Flur „Schutzengel“. Dabei handelt es sich um gehauene Steinsäulen, die früher ein Geländer gehalten haben und im Volksmund „aufgesetzte Steine“ heißen. Sie waren Teil einer Böschungsabsicherung an einem Waldweg. Revierförster Harald Kannowsky hat Stark darüber informiert. Seiner Einschätzung nach sind die schweren Steine wohl in diesem Sommer mit schwerem Gerät ausgegraben und abtransportiert worden. Sieben von acht Steinen sind verschwunden und übrig geblieben seien nur die Löcher, in die sie einst gesetzt wurden.

Heinz Stark entsetzt

Heinz Stark ist entsetzt: „Was ich so schlimm finde – auch als Plecher und nicht nur in meiner Eigenschaft als Kreisheimatpfleger – ist die Tatsache, dass dadurch ein identitätsstiftendes Stück Heimat unwiederbringlich verloren gegangen ist. Für jeden Einheimischen waren die aufgesetzten Steine ein feststehender Begriff. Der durch diesen erbärmlichen Diebstahl verursachte ideelle Verlust ist deshalb ungleich höher als der entstandene materielle Schaden.“

Höchste Zeit

Nach dem ebenfalls gestohlenen Sattelstein gehörten nun auch die aufgesetzten Steine leider der Vergangenheit an, denn es stehe nur noch eine Steinsäule am angestammten Platz. „Es war höchste Zeit, das Weiße Kreuz in Sicherheit zu bringen, denn dieses einzigartige Flurdenkmal wäre solchen gemeinen Dieben bestimmt als Nächstes zum Opfer gefallen.“