In vielen Fällen kamen die Fahnder knapp zu spät. Hauptkommissar Roth: "Er war für uns unsichtbar." Heute wissen die Wunsiedler Polizisten, dass der Gesuchte sich wie ein geübter Jäger verhielt: Der Waldläufer überquerte auf der Flucht befahrene Straßen, so dass Suchhunde die Spur verloren. Er ging durch Bäche, so dass er im wahrsten Sinn des Wortes spurlos verduften konnte. Seine Behausung hatte er strategisch am Rand eines Sumpfgebietes, zwischen zwei Bächen, angelegt. Willi Dürrbeck: "Am Tag der Festnahme wateten Kollegen bis zu den Knien durchs eisige Wasser."
Was die Polizisten in dem Waldläuferversteck vorfanden: Am Eingang eine Räucherkammer, in der der Waldmensch gestohlene Lebensmittel und getötete Tiere haltbar machte. Sein Zelt war in verschiedene Zimmer unterteilt. Hauptkommissar Roth halb scherzhaft: "Es war so gut isoliert, dass es wahrscheinlich vom Staat energetisch gefördert werden könnte."
In der Behausung ein Sammelsurium an Habseligkeiten - von der Seife bis zum selbstgebauten Jagdbogen, von der Propangasheizung zum Gummistiefel, vom Dartpfeil bis zur Schubkarre. Und doch spricht eines dafür, dass es in der selbstgewählten Einsamkeit des Einsiedlers vom Kornberg auch bittere Momente gab: An einer Zeltwand hing eine Fotosammlung mit barbusigen Frauen aus Erotikmagazinen.