Der Pegnitzer Busunternehmer Lothar Krieg äußerte: „Der Bus ist ein sicheres Verkehrsmittel, aber ein Restrisiko bleibt nun mal immer.“ Auch Krieg investiert in Sicherheitstechnik. So arbeite sein Betrieb ständig daran, die Fahrzeugflotte zu modernisieren und technisch auf dem neusten Stand zu halten. So werde pro Jahr ein Fahrzeug der Flotte durch ein neues ersetzt. Mit langfristigen Buchungsrückgängen rechnet auch er nicht.
Irmgard Hörl, Inhaberin des Auerbacher Unternehmens Lakota Reisen, sieht die Situation kritischer. „Man merkt dass die Leute Angst haben in einen Bus einzusteigen.“ So rechne sie mit einem Einknicken der Buchungen in dieser Saison. Irmgard Hörl erwartet, dass die Hersteller von Reisebussen in der Sicherheitstechnik nachziehen, um die Risiken zu minimieren.
Lage bei der Rettungsleitstelle:
Nach dem Busunglück auf der A 9 am Montag liefen in den Rettungsleitstellen die Drähte heiß. Und doch verlief alles nach Plan. Hiefür sorgen detailliert ausgearbeitete Notfallpläne. Die erste Unfallmeldung war am Montag kurz nach 7 Uhr bei der Integrierten Leitstelle Hochfranken eingegangen. Von dort wurden alle Rettungseinsätze koordiniert. Rund zwei Minuten später wurde die Integrierte Leitstelle (ILE) Bayreuth/Kulmbach informiert. Wie der Technische Verantwortliche Martin Fiedler gestern im Gespräch mit dem Kurier sagte, wurden von hier aus ein Rettungshubschrauber, zwei Rettungswägen und die Feuerwehr Gefrees zum Unfallort geschickt. „Ein bis zwei Minuten dauert die Aufnahme des Unfalls“, sagt Fiedler. Alles sei vorgeplant. Damit im Ernstfall alles rund läuft, werden derartige Szenarien von Zeit zu Zeit durchgespielt. Alle zwei Jahre werden deshalb auch sogenannte Stabsrahmenübungen abgehalten.
Nach dem Eingang der Unfallmeldung in der ILE Bayreuth/Kulmbach waren hier fünf Mitarbeiter eine gute Stunde lang mit dem Koordinieren des Einsatzes beschäftigt. Vor allem ging es um das Abfragen der Kapazitäten der Krankenhäuser in der Region. Leichtere Brandverletzungen könnten auch in Kliniken in Oberfranken behandelt werden, bei schweren Brandverletzungen müssten die Patienten in dafür spezialisierte Zentren etwa in Nürnberg oder Suhl geflogen werden, sagt Fiedler. ⋌