Dreiste Betrüger, die mit der Masche des „Falschen Polizeibeamten“ einen mittleren fünfstelligen Geldbetrag von einer 92-Jährigen ergaunert haben, konnten am Donnerstagvormittag von Coburger Polizisten im Stadtgebiet festgenommen werden. Das teilt das oberfränkische Polizeipräsidium am Montag mit.

Am Mittwoch hatte die betagte Dame den Anruf eines angeblichen Polizeibeamten erhalten, der von einer Festnahme in Coburg berichtete. Er behauptete, zwei bewaffnete Komplizen wären noch auf der Flucht und hätten die Adresse der Frau. Ihr Vermögen sei somit nicht mehr sicher und müsste beschlagnahmt werden. Der Betrüger bestellte der inzwischen beunruhigten Seniorin ein Taxi, mit dem sie zur Bank in der Innenstadt fuhr, um ihr Erspartes abzuholen. Glücklicherweise hatte die Filiale jedoch geschlossen. Nach weiteren Telefonaten, auch mit einem anderen vermeintlichen Polizisten, übergab die Frau am Nachmittag einem Unbekannten an der Haustüre ein Kuvert mit einen zunächst verfügbaren, mittleren fünfstelligen Eurobetrag.

Anschließend wurde die 92-Jährige jedoch trotzdem misstrauisch und verständigte die Polizei. Die Beamten klärten die Frau auf. Da die Betrüger sich für eine weitere „Geldsicherstellung“ erneut melden wollten, instruierten die Kriminalbeamten die Seniorin hinsichtlich ihres weiteren Vorgehens, ohne dass die Täter, die weiterhin bei der Seniorin anriefen, hiervon etwas erfuhren.

Am nächsten Tag ging die 92-Jährige auf das Drängen der Betrüger erneut zur Bank, um dann weitere Barmittel an einen „Polizisten“ zu übergeben. Beamte der Inspektion Coburg und der Kriminalpolizei waren verdeckt an der Seite der Frau, als sie zur Filiale in der Innenstadt ging und vorgab, Geld zu holen. Kurz darauf übergab sie eine Stofftasche an den gleichen Abholer wie nachmittags zuvor. Sogleich nahmen die Einsatzkräfte den Tatverdächtigen fest, wie auch seinen Komplizen, der in der Nähe in einem Auto wartete.

Nach weiteren Ermittlungen der Kriminalbeamten erging am Freitagmittag Haftbefehl gegen die 22 und 26 Jahre alten Beschuldigten. Polizisten brachten sie in verschiedene Justizvollzugsanstalten. Die umfassenden Ermittlungen gegen die Tätergruppierung dauern an.

In der Region war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu vergleichbaren Vorfällen mit Anrufen von falschen Polizisten gekommen (wir berichteten). Glücklicherweise waren die Täter nur in den seltensten Fällen erfolgreich. Ob die beiden nun festgenommenen Männer auch mit diesen Fällen etwas zu tun haben, könne aktuell noch nicht gesagt werden und sei nun Gegenstand der Ermittlungen, erklärt eine Sprecherin des oberfränkischen Polizeipräsidiums auf Anfrage der Frankenpost. Da Betrüger dieser Art jedoch meistens ins Banden organisiert sind, bestehe eine realistische Wahrscheinlichkeit.