Bayreuth - Der Text des Erlasses ist nur noch in einem kleinen Ausschnitt erhalten, der in einer späteren Gesetzessammlung überliefert ist: gerade einmal zwei Sätze, dazu eine knappe Anrede und die Angabe des genauen Datums. In allen Städten des Reiches, so hält der Kaiser fest, sollen auch Juden in den Stadtrat berufen werden können. Was wie ein Akt der Gleichberechtigung klingt, womöglich das großzügige Entgegenkommen eines christlichen Kaisers, entpuppt sich beim Weiterlesen als das Gegenteil: „als Trost“, so der Kaiser, sei den Juden zugestanden, dass immerhin zwei oder drei reiche Juden in jeder Stadt „gemäß altem Brauch“ von dieser Regelung ausgenommen seien – vermutlich war dabei an Amtsträger der jüdischen Gemeinden gedacht.
Jüdisches Jubiläumsjahr 321: Ein Wendepunkt der jüdischen Geschichte
Ralf Behrwald 10.03.2021 - 16:19 Uhr , aktualisiert am 10.03.2021 - 16:19 Uhr