Bis Frühjahr 2016 soll die Fassade des Königsbaus saniert sein Bayreuth: Sanierung des Festspielhauses beginnt

Mit dem Schlussvorhang fielen auch die Fotoplanen an der Fassade: Nach dem Ende der Festspiele 2015 haben jetzt die Sanierungsarbeiten am Festspielhaus begonnen. 30 Millionen Euro sollen diese kosten. Noch unklar ist, ob diese Summe ausreichen wird.

Detlef Stephan hat sich schon mal gründlich in sein nächstes Großprojekt eingefühlt. Der Architekt aus Köln, spezialisiert darauf, historische Gebäude wieder herzurichten, in den nächsten Jahren der Sanierer des Festspielhauses, weilte in den vergangenen Wochen des öfteren in Bayreuth. Und stattete dem Festspielhaus auch während des Betriebs Besuche ab. „Holländer“ und „Rheingold“ hat sich Stephan angesehen, er klingt begeistert. „Toll, hat mich sehr beeindruckt.“

Gerüste weg, Gerüste her

In Bayreuth hat Stephan am vergangenen Wochenende (22./23.) über die bevorstehenden Renovierungsarbeiten informiert. Jetzt wird er noch viel öfter auf dem Grünen Hügel sein. Denn am Montag ()31.) haben an der Fassade des Königsbaus die Renovierungsarbeiten begonnen. Was als erstes passiert: Die Fotoplanen fallen, dann werden die Gerüste abgebaut. Um neue Gerüste aufbauen zu können: Der TÜV verlangt sie.

Mit der Fassade zu beginnen und währenddessen zu prüfen, was drinnen fällig ist – das war die pragmatische Idee von Festspiel-Verwaltungsdirektor Dieter Sense gewesen. Am vergangenen Mittwoch hatte der Verwaltungsrat den Sense-Plan abgesegnet. Zur Zufriedenheit von Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe: „Ich bin sehr froh darüber, weil dies bedeutet, dass - wenn alles planmäßig läuft – im kommenden Jahr das Festspielhaus ohne Plane zu sehen sein wird.“

Was passiert zuerst?

Bis Frühjahr 2016 soll bereits die Fassade des Königsbaus saniert sein. Dann geht’s an den Seitenwänden weiter in Richtung Norden. In einem zweiten Schritt kann 2016 eventuell schon am Verwaltungstrakt angefangen werden. Spätestens bis Ende 2018 will man mit der Fassade des gesamtes Festspielhauses fertig sein. Bis 2020 soll alles fertig sein – sofern es keine Überraschungen gibt. „Das ist nicht in Stein gemeißelt“, sagt der Architekt.

Was passiert drinnen?

Die so genannte technische Aufnahme läuft. Das heißt: Stephans Team prüft, wie’s mit dem Innenleben des Festspielhauses aussieht. Erst danach – etwa im Frühjahr 2016 – wird man sagen können, ob die veranschlagten 30 Millionen reichen. „Ein sehr kompliziertes Gebäude“, sagt Stephan. Außen Stein, innen Holz, „man sitzt quasi in einer Geige“, sagt Stephan. Die brillante Akustik des Festspielhauses gilt es zu bewahren. Hört sich nach einer schwierigen Aufgabe an.

Was läuft schon?

Wissenschaftler der Uni unternehmen Klimamessungen im Inneren des Gebäudes. Winters wie sommers, während der Festspiele wie während der betriebsfreien Zeit wird gemessen: „Wir müssen wissen, wann das Haus was macht.“ Jedes Gebäude „arbeitet“, je nachdem, wie Wärme, Kälte und Feuchtigkeit ihm gerade zusetzen.

Weiter Schwitzen im Festspielhaus?

Da soll sich was verbessern. In aller Vorsicht natürlich, Vorrang hat einmalige Akustik. Klimaanlagen wird es also auch in Zukunft nicht geben, aber vor allem für die Musiker soll sich einiges verbessern. Das hat Stephan schon mal versprochen.

Was reizt den Architekten?

Detlef Stephan hat einen Narren am Festspielhaus gefressen: „Das ist kein normaler Auftrag, wir haben uns ja auch deswegen extra darum bemüht. Es gibt schon einiges, was uns mit Wagner verbindet, mit ihm und seiner Musik, aber natürlich auch mit ihm und dem Rhein.“

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