BBL-Überraschung Noch sieglose BG Göttingen schlägt Oldenburg

Plötzlich im Mittelpunkt des Jubels: Der zu Saisonbeginn viel kritisierte Kyan Anderson (Mitte) wurde nach dem Sieg gegen Oldenburg von seinen Göttinger Teamkollegen gefeiert. Foto: Imago Images

BASKETBALL. Nach dem siebten Spieltag gibt es in der Bundesliga keine sieglose Mannschaft mehr. Als letzter Klub brachte die BG Göttingen nun die ersten Punkte unter Dach und Fach, und zwar auf ziemlich sensationelle Weise mit 104:87 gegen die viel höher eingeschätzten Baskets Oldenburg.

Held des Tages war dabei ein Ex-Bayreuther: Kyan Anderson, der in den ersten sechs Spielen nur 51 Punkte gesammelt hatte (8,5 im Schnitt) und für manchen BG-Anhänger schon als Fehleinkauf galt, bot eine überragende Leistung mit 26 Punkten und neun Assists.

Die Göttinger liegen nun gleichauf mit dem Mitteldeutschen BC, für den sich gegen die Skyliners Frankfurt mit 92:99 die Reihe unbelohnter guter Leistungen fortsetzte. Ebenfalls erst einen Saisonsieg haben neben den Gießen 46ers (79:87 gegen Vechta) auch die größten Enttäuschungen der bisherigen Saison: Ulm (73:82 gegen Würzburg) und vor allem die Bonner, die zwar die Pokalsensation in München geschafft haben, aber nach dem 81:106-Debakel gegen Bamberg innerhalb der BBL einen Schnitt von 97 gegnerischen Punkten pro Spiel aufweisen.

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BG Göttingen – Baskets Oldenburg 104:87 (31:21, 25:26, 27:21, 21:19): Angeführt vom überragenden Kyan Anderson entwickelten die Göttinger (bisher 73,3 Punkte pro Spiel) ungeahnte Offensivkraft. Vor allem die großartige Dreierquote von 63 Prozent (17/27, davon Lockhart 5/6 und Anderson 4/6) garantierte eine ständige Führung mit bis zu 24 Punkten (94:70/34.). „Wir spielen schon seit einiger Zeit guten Basketball, sodass die Frage nicht war, ob wir gewinnen, sondern wann wir gewinnen“, sagte BG-Coach Johan Roijakkers nach der Partie.

Punkte für Göttingen: Ky. Anderson 26, Osetkowski 20, Lasisi 17, Lockhart 17, Allen 13, Hundt 5, D. Kramer 4, Carter 2; für Oldenburg: Larson 15, Mahalbasic 15, Boothe 10, Schwethelm 10, Blakes 9, Paulding 8, Sears 8, McClain 5, Keßen 4, Tadda 3; Zuschauer: 2613.

Mitteldeutscher BC – Skyliners Frankfurt 92:99 (25:21, 25:22, 29:23, 13:33): Drei Viertel lang sah alles nach dem zweiten Saisonsieg des MBC aus (79:66/30.). Den Schlussabschnitt dominierten dann aber die Frankfurter mit 33:13. „Wir haben dieses Spiel heute gedreht, weil wir es einfach mussten“, hatte Topscorer Lamont Jones eine einfache Erklärung für den Erfolg bei seinem Ex-Klub. „Wir wollten nicht verlieren!“ MBC-Interimstrainer Aleksandar Scepanovic war ratlos: „Wir haben drei gute Viertel gespielt und hatten alles unter Kontrolle. Das letzte Viertel war ein Desaster.“

Punkte für MBC: Micovic 18, Jackson 16, Warren 16, Gbinije 15, Kajami-Keane 8, Brembly 5, Kerusch 5, Zylka 5, Novak 2, Turudic 2; für Frankfurt: Jones 26, Kratzer 14, Robertson 12, Hines 11, Mcquaid 11, Vargas 11, Freudenberg 9, Waleskowski 3, Schmidt 2; Zuschauer: 1900.

Rat. Ulm – S.O. Würzburg 73:82 (17:21, 21:18, 20:23, 15:20): Ohne Tyler Harvey und Zoran Dragic verloren die Ulmer das fünfte Ligaspiel in Folge. Würzburgs Trainer Denis Wucherer ordnete das Ergebnis nüchtern ein: „Die Tatsache, dass wir 22 Assists verteilt und fast alle Freiwurfe getroffen haben, hat uns geholfen gegen einen Gegner, der noch nicht komplett eingespielt ist und vielleicht etwas müde war.“ Würzburgs Neuzugang Junior Etou (Cholet Basket/FRA), der den längerfristig verletzten Brekkott Chapman ersetzen soll, erlebte die Partie nur als Beobachter von der Bank aus.

Punkte für Ulm: Obst 16, Hayes 15, Jerrett 15, Briscoe 11, Hinrichs 6, Willis 6, Heckmann 3, Philipps 1; für Würzburg: Fischer 14, Bowlin 13, Hulls 13, Wells 13, Koch 11, Rudd 8, Hoffmann 6, Richter 4; Zuschauer: 6000.

Gießen 46ers – Rasta Vechta 79:87 (23:28, 19:23, 18:15, 19:21): Rasta Vechta feierte den vierten Sieg in Serie. „Wir verbessern uns wirklich von Woche zu Woche“, freute sich Trainer Pedro Calles auch darüber, dass sein Team die ungewohnte Zusatzbelastung durch die Champions League offenbar gut verkraftet. Sein Gießener Kollege Ingo Freyer war dagegen enttäuscht: „Nimmt man alleine zwölf Schüsse weniger als Vechta, dann ist es schwer, zu gewinnen!“

Punkte für Gießen: Barnett 20, Brown 14, Bryant 14, Myers 12, Thomas 8, Kraushaar 7, Gray 2, Pjanic 2; für Vechta: Garcia 17, Wainright 15, Kessens 13, Murphy 11, Young 10, Simpson 8, Vasturia 6, Reischel 5, M. DiLeo 2; Zuschauer: 3325.

Baskets Bonn – Brose Bamberg 81:106 (14:28, 14:27, 27:27, 26:24): Nach einer offensiv wie defensiv hervorragenden ersten Halbzeit waren die Bamberger völlig ungefährdet und führten mit bis zu 33 Punkten (90:57/33.). In der geschlossenen Mannschaftsleistung tat sich der Ex-Bayreuther Assem Marei mit einem Double-Double noch hervor (19 Punkte, elf Rebounds). Nelson Weidemann erzielte mit 14 Zählern seinen bisherigen Karrierebestwert. „Ich bin sehr glücklich mit der Art und Weise, wie wir heute gespielt haben“, lobte Trainer Roel Moors. Baskets-Coach Thomas Päch sprach von einer „schwierigen Phase“ seines Teams: „Da müssen wir uns Schritt für Schritt und mit harter Arbeit herauskämpfen.“

Punkte für Bonn: Breunig 12, Zimmerman 11, Frazier 10, Bartolo 9, A. DiLeo 8, Subotic 8, Mckinney-Jones 7, Saibou 7, Simons 7, Lischka 2; für Bamberg: Marei 19, Taylor 18, Weidemann 14, Sengfelder 13, Mclean 10, Lee 8, Carrera 6, Harris 6, Taylor 5, Obasohan 4, Olinde 3; Zuschauer: 5710.

Crailsheim Merlins – Riesen Ludwigsburg 83:92 (18:22, 22:24, 21:29, 22:17): Im Nachbarderby brachten die Ludwigsburger dem Crailsheimer Überraschungsteam die zweite Saisonniederlage bei. „Wir haben das Rebound-Duell gewonnen und das Comeback von Crailsheim abgewehrt“, freute sich Riesen-Coach John Patrick. „Es war eine super Atmosphäre hier, das ist Derbybasketball at its best. Wir haben gegen eine sehr starke Mannschaft, bei der Jeremy Morgan gefehlt hat, gewonnen.“

Punkte für Crailsheim: Hawkins 23, Herrera 22, Span 11, Ford 8, D. Russell 8, Jones 7, Bleck 2, Kovacevic 2; für Ludwigsburg: Wimbush II 19, Smith 17, Carrington 13, Knight 13, Weiler-Babb 13, Konga 8, Leissner 5, Wohlfarth-Bottermann 4; Zuschauer: 2705.

Bayern München – Alba Berlin 84:80 (16:22, 25:16, 21:15, 22:27): Die ersatzgeschwächten Münchner sind nun die einzige noch unbesiegte Mannschaft. Ohne die angeschlagenen Huestis, Djedovic und Lessort bot der Titelverteidiger gegen den Vizemeister (ohne Peyton Siva) nur 42 Stunden nach der schweren Euroleague-Partie bei Fenerbahce Istanbul vor allem in der zweiten Halbzeit eine starke Willensleistung. Herausragend war die Leistung von Routinier Alex King mit 19 Punkten, aber auch weitere Bankkräfte wie DeMarcus Nelson (12) und Diego Flaccadori gaben wertvolle Impulse.

Punkte für München: King 19, Lucic 13, Monroe 13, Nelson 12, Zipser 9, Koponen 6, Barthel 4, Flaccadori 4, Lo 4; für Berlin: Giedraitis 17, Thiemann 16, Hermannsson 13, Giffey 11, Nnoko 8, Sikma 8, Mattisseck 5, Ogbe 2; Zuschauer: 6500.

 

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