Insgesamt jedoch stand das Publikum im Festzelt der weiblichen Brust sehr wohlwollend gegenüber, womit wir bei der eigentlichen Misswahl wären. Leider fällt mir dazu wenig ein, da liefen halt Mädels über die Bühne, erst in Streetwear, dann im Dirndl, dann im Bikini (drei Aufzüge, wie wir Wagner-Kenner sagen), hübsch sahen sie aus, der Mann mit dem Papppenis ließ diesen mal nach oben, mal nach unten zeigen, zwischendurch wurde auf Tischen und Bänken getanzt und getrunken und und gejohlt, dann zogen sich Bewerberinnen und Jury zurück (keine Ahnung, ob es noch eine geheime vierte Runde unter Ausschluss der Öffentlichkeit gab und was sie gegebenenfalls dabei trugen), schließlich wurde eine der Damen zur Miss Volksfest 2013 gekürt, bekam einen Blumenstrauß und ein Wasserbett von Waterbed City („Schatz, ich will ein Bett von Dir") in die Hand gedrückt, und dann gab es kein Bier mehr, weil das Festzelt schon um 23 Uhr schloss. Das war sehr schade, denn inzwischen hatte mich die Feierlaune voll gepackt, ich glaube, ich habe sogar mit dem Fuß gewippt, vielleicht sogar ein bisschen geschunkelt; ich kann nicht einmal ausschließen, dass ich wirklich leise bei „Resi" mitgesungen habe. Und dabei hatte ich erst drei Bierchen getrunken – diese Maßgläser sind schon verhängnisvoll.