"Wir sind im Corona-Tal aufgeschlagen ganz unten und robben uns da jetzt raus", sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl in München. "So schlimm, wie wir befürchtet haben, dass wir jetzt in der Hölle braten, wird's doch nicht." An der Umfrage beteiligten sich rund 4000 Unternehmen.

Eine rasche Erholung ist aber nicht in Sicht. "Das große Problem ist die wegbrechende Nachfrage", sagte Gößl. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir so schnell einen Berg hinaufsteigen, wie wir herunter gefallen sind, gibt es im wirklichen Leben auch nicht." Der BIHK-Konjunkturindex ist seit Jahresanfang von 118 auf 81 Punkte gesunken, einen so schnellen Einbruch gab es noch nie.

Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen will im Laufe der nächsten zwölf Monate auch nichts investieren. Zudem deutet auch die Umfrage darauf hin, dass die Arbeitslosigkeit steigen wird, auch wenn nur eine Minderheit der Firmen - acht Prozent - betriebsbedingte Bedingungen plant. Doch wollen viele Unternehmen die natürliche Fluktuation ausnutzen oder befristete Verträge nicht verlängern.

In der Diskussion um staatliche Hilfen beziehen die Kammern Stellung gegen Subventionen für einzelne Industrien wie die Autobranche ebenso wie die von Politikern von links bis rechts diskutierten Kaufgutscheine für die Bürger. "Weil wir überzeugt sind, dass wir mit der Bedienung von Einzelinteressen nicht aus dem Corona-Tal kommen", sagte Gößl dazu. Die Kammern seien überzeugt, dass eine Kaufprämie für Autos auch der Autoindustrie nicht nachhaltig helfen würde. Gößl betonte, dass in der Umfrage gut vier Fünftel der Unternehmen sich gegen weitere direkte staatliche Finanzhilfen ausgesprochen hätten.