Abschied in Hollfeld Gesamtschul-Leiterin Scharfenberg geht in Ruhestand

Das Lehrerkollegium überbrachte Christiana Scharfenberg Ruhestandswünsche, die Bilder der Kolleginnen und Kollegen sind auf den Schautafeln zu sehen. Unser Foto zeigt (von links) Christine Priegelmeir, Heiko Müller, Christiana Scharfenberg, Florian Hübner und Florian Neubauer (alle Personalratsmitglieder). Foto: Gerhard Leikam

HOLLFELD. "Heute geh’ ich aus“, sang das Lehrerensemble zum Abschied. Das Lied hatte etwas Symbolhaftes, denn Christiana Scharfenberg, die Schulleiterin der Staatlichen Gesamtschule Hollfeld, geht in den Ruhestand. Und zwar nach Spanien.

Scharfenberg war von 2012 bis 2019 Leiterin der Schule, die Mittelschule, Realschule und Gymnasium unter einem Dach vereinigt. Die Oberstudiendirektorin übernahm bei ihrer Verabschiedung selbst die Begrüßung der rund 250 Gäste.

Dabei erwies sich die 63-Jährige als charmante und taffe Moderatorin mit launigen Worten. Die Begrüßung stellte sie unter das Motto „Wilder Westen“, eine Anspielung ihrer Liebe zu eben diesen Filmen. „Das hat aber nichts mit Hollfeld zu tun“, meinte sie augenzwinkernd.

Eine nahezu unerschöpfliche Energie bescheinigte ihr Harald Vorleuter, der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberfranken. Scharfenberg verfüge über eine zupackende Art, nehme kein Blatt vor den Mund, was kritische Nachfragen des Bayerischen Kultusministeriums provoziert habe, plauderte Vorleuter aus dem Nähkästchen.

Oft habe sie das Besondere der Gesamtschule betont: eine Schule, deren Pädagogik das Miteinander und die Chancengleichheit fördere. „Sie haben der Entwicklung dieser Schule sehr gutgetan“, würdigte Vorleuter das siebenjährige Wirken. Scharfenberg hinterlasse ein bestelltes Haus für ihre Nachfolgerin Christine Betz, die im Herbst in ihr Amt eingeführt wird.

Die Bayreuther Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU) sagte, Scharfenberg habe den guten Ruf der Schule immens gefördert. Die Schule biete die Chance auf individuelle Förderung. Beeindruckt zeigte sich Launert von den beiden Berufsaufenthalten Scharfenbergs in Spanien: Und zwar 1993 bis 1999 als Oberstudienrätin an der deutschen Schule in Barcelona sowie 2009 bis 2012 als Leiterin der Deutschen Schule in San Sebastian. Von 2001 bis 2007 unterrichtete sie am Graf-Münster-Gymnasium in Bayreuth.

„Mich bewegt Ihr Abschied sehr tief“, betonte Landrat Hermann Hübner. Scharfenberg habe sogenannte Lernlandschaften fest eingeführt und die Schule somit geprägt, sagte Hübner, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes der Gesamtschule ist.

Die Gesamtschule sei in Bayern etwas Einmaliges geblieben, doch dürfe sie im Freistaat nicht so genannt werden, sondern „Schule der besonderen Art“. Hübner hoffte, dass Bayerns Kultusminister Michael Piazolo die Gesamtschule im neuen Schuljahr besucht und mit Unterstützung des Ministers dort künftig ein eigenständiges Abitur abgelegt werden kann. „Das wäre nur konsequent. Die Unterstützung des Zweckverbandes ist da.“

Bislang wird das Abitur in Kooperation mit dem Graf-Münster-Gymnasium abgelegt. Die Generalsanierung des Gebäudes mit Erweiterungsbau soll 40 Millionen Euro kosten.

Scharfenberg habe sehr viel Frische, Freude und Farbe in die Gesamtschule gebracht, lobte Hollfelds Bürgermeisterin Karin Barwisch. Das Lehrerkollegium wünschte ihr Gelassenheit, eine spannende Zeit und zündende Ideen. Den Ruhestand wird sie gemeinsam mit ihrem Mann im sonnigen Spanien verbringen.

 

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