93:103 in Ulm Medi-Team kämpft vergeblich um eine Wende

Zu den auffälligsten Bayreuthern gehörte Evan Bruinsma (rechts, im Duell mit Seth Hinrichs). 15 seiner 18 Punkte sammelte er in der zweiten Halbzeit und hatte damit wesentlichen Anteil daran, dass sich die Gäste nie abschütteln ließen. Foto: Peter Mularczyk

BASKETBALL. Die Gelegenheit zur Punktgleichheit mit dem Tabellenneunten und damit zum Anschluss an die Playoff-Plätze in der Bundesliga hat Medi Bayreuth am Freitagabend nicht nutzen können. Bei Ratiopharm Ulm hatte die Mannschaft zwar bis in die Schlussphase hinein eine reelle Siegchance, doch mehr als der 75:75-Ausgleich (32.) wollte beim Kampf gegen den ständigen knappen Rückstand in der zweiten Halbzeit nicht gelingen. Durch 2:10 Punkte in den letzten zwei Minuten wurden die Bayreuther am Ende mit 93:103 (43:48) sogar noch unverdient deutlich besiegt.

 

Von Komplimenten für den Beitrag zu einem sehr attraktiven Spiel wollte Medi-Topscorer Andreas Seiferth (19 Punkte) jedoch nichts hören: „Wir haben am Ende keine Stopps mehr hinbekommen – das kann nicht sein, wenn man sich 38 Minuten lang so rangekämpft hat“, sagte der überzeugende Center (8/9 Zweier, fünf Rebounds). „Wenn wir solche Spiele wie dieses oder am nächsten Wochenende gegen Oldenburg nicht mal stehlen, müssen wir über die Playoffs nicht nachdenken.“

Das ganze Spiel war eng verlaufen, und in der ersten Halbzeit zudem sehr wechselhaft. Nach ein paar Fehlern und einem 0:5-Start legten die Bayreuther einen 10:0-Lauf hin und stabilisierten diese Führung bis zum 17:12. Dabei wirkten die Angriffe der Gäste strukturierter, während die Ulmer stärker auf die Treffsicherheit ihrer Distanzwerfer angewiesen waren und auch einige gute Chancen vergaben. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sämtliche 17 Medi-Punkte von den drei deutschen Spielern in der Startformation erzielt worden – sieben von Seiferth, je fünf von Bastian Doreth und Lukas Meisner.

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Mit fünf Amerikanern auf dem Platz lief es dann nicht mehr so gut für die Bayreuther, denn gegen diese Besetzung gelangen nun den Ulmern neun Punkte in Folge zum 21:17. Aber das war nur eine Momentaufnahme, denn insgesamt war die mannschaftliche Ausgeglichenheit lange Zeit die größte Bayreuther Stärke. Bei Halbzeit hatten sich acht Medi-Spieler in die Korbschützenliste eingetragen, aber keine mit mehr als sieben Punkten. Dagegen standen auf Ulmer Seite bereits 16 Zähler für Zoran Dragic zu Buche. Der Liga-Topscorer hatte damit den weitaus größten Anteil daran, dass die Gastgeber überwiegend eine knappe Führung halten und nach dem 39:41 kurz vor der Pause mit einem 9:0-Lauf erstmals etwas ausbauen konnten. In der zweiten Hälfte begannen die Bayreuther mit vielversprechend mit zuverlässigem Spiel über den starken Seiferth, später kam viel Unterstützung von Evan Bruisma hinzu (neun Punkte im dritten Viertel) und schließlich von Distanzwerfer Bryce Alford, der auch per Dreier zum 75:75 ausglich.

Die Medi-Defensive schaffte es jedoch nicht, die starken Ulmer Individualisten (neben Dragic auch Harvey und Hayes) entscheidend zu verunsichern. Noch gut zwei Minuten vor dem Ende war beim 91:93-Rückstand alles offen, aber dann vielen die Würfe nicht mehr gut genug, um im offensiven Schlagabtausch bis zum Schluss mithalten zu können.

Statistik

Rat. Ulm: Harvey (20 Punkte / 27:30 Min. Einsatzzeit), HAYES (15/31:53), DRAGIC (29/34:52), Günther (7/ 8:38), Philipps (2/5:08), JARRETT (11/24:59), OBST (3/ 11:59), Hinrichs (8/22:05), Krimmer, Schilling (4/8:43), WILLIS (4/24:13), Krause; Feldwurfquote: 33/65 (50,8 Prozent), davon Dreier 10/29 (34 Prozent): Harvey (5/8), Dragic (2/6), Obst (1/3), Hayes (1/3), Günther (1/3); Freiwürfe: 27/31 (87 Prozent); Rebounds: 33 (Jerrett 9, Willis 8); Assists: 22 (Hayes 6); Ballgewinne: 7; Ballverluste: 9; Effektivität: 123 (Dragic 24, Hayes 23, Jarrett 19, Harvey 18).

Medi Bayreuth: Robinson (7/22:37), WOODARD (7/28:28), DORETH (10/17:23), SEIFERTH (19/22:49), MEISNER (7/15:56), Alford (16/22:27), Travis (4/17:11), Bruinsma (18/ 24:04), LINHART (5/28:19), Grüttner Bacoul (0/0:46); Feldwurfquote: 31/61 (50,8 Prozent), davon Dreier 8/28 (29 Prozent): Alford (3/9), Doreth (2/3), Meisner (1/2), Woodard (1/4); Freiwürfe: 23/27 (85 Prozent); Rebounds: 29 (Seiferth, Travis, Woodard je 5); Assists: 19 (Robinson 5); Ballgewinne: 4; Ballverluste: 13; Effektivität: 98 (Seiferth 23, Bruinsma 18, Alford 13, Doreth 11).

SR: Madinger, Barth, Bohn; Zuschauer: 5807.

Stationen: 5:0 (2.), 8:15 (6.),12:17 (8.), 21:17 (9.), 25:20 (1. Viertel), 28:20 (11.), 32:34 (15.), 39:41 (18.), 48:41 (20.), 48:43 (Halbzeit), 52:45 (22.), 58:54 (24.), 65:61 (26.), 72:62 (27.), 75:70 (3. Viertel), 75:75 (32.), 88:79 (35.), 88:84 (36.), 93:91 (38.), 99:91 (40.), 103:93 (Ende).

 

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