92:86 gegen Bamberg Derbysieg beendet Medi-Talfahrt

Mit einem Paukenschlag hat Medi Bayreuth die Talfahrt in der Basketball-Bundesliga beendet. Ausgerechnet im Derby gegen Brose Bamberg gelang mit 92:86 der dritte Saisonsieg.

Die Negativserie von Medi Bayreuth ist ausgerechnet im oberfränkischen Derby-Klassiker der Basketball-Bundesliga zu Ende gegangen. Nach zuvor acht verlorenen Pflichtspielen in Folge gelang am späten Montagabend gegen den Nachbarn Brose Bamberg ein Sieg mit 92:86 (43:49). Im 84. Duell der beiden Erzrivalen war dies der 33. Erfolg für Bayreuth.

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Vor 3400 Zuschauern in der erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie ausverkauften Oberfrankenhalle traten die Bamberger in kompletter Besetzung an (abgesehen von Nachwuchsspieler Tyreese Blunt), nachdem sie fünf Tage zuvor beim 90:87-Sieg im Fiba-Europe-Cup bei Keravnos BC auf Zypern lediglich sieben Spieler eingesetzt hatten. Im Medi-Team fehlte dagegen der angeschlagene Jarrod West. Den Vorteil des breiten Kaders brachten die Gäste auch sofort zur Geltung, als sie in der fünften Minute bereits neun Spieler ins Rennen geschickt hatten.

Spielerischer Glanz war allerdings nicht entscheidend dafür, dass die Bamberger im ersten Viertel 30 Punkte erzielten (darunter ein 12:0-Lauf zum 30:21/10.) und auch im weiteren Verlauf der vor allem kämpferisch geprägten ersten Halbzeit eine stabile Führung behaupteten. Einzige Ausnahme war das 41:40 (17.), das Ahmed Hill am Ende eines eigentlich misslungenen Angriffs mit einem sehr weiten Dreier markierte. Auffälligster Vorteil des Favoriten war vielmehr seine Ausbeute beim Rebound. Als Patrick Heckmann aus einem Abpraller heraus zum 46:41 für Bamberg getroffen hatte (19.), stand es in dieser Statistik unter dem Bayreuther Korb unentschieden: Die Angreifer hatten ebenso viele Bälle erobert wie die Verteidiger (je 8).

In diesem Detail wurde auch ein ganz entscheidender Faktor für die Wende in der zweiten Halbzeit deutlich: Beim 56:61 (26.) wurde schon der zehnte Bamberger Offensivrebound notiert, doch bis zum Ende kam nur noch ein einziger hinzu! Die Bayreuther Verteidigung konzentrierte sich nun intensiver darauf, die Zone zu kontrollieren – und dabei kam es ihr entgegen, dass die Gäste die gute Dreier-Quote aus der ersten Halbzeit (8/18) nicht halten konnten. Dagegen wurden auf der anderen Seite die Distanzwürfe zu einer Trumpfkarte der anfangs hauptsächlich unter dem Korb erfolgreichen Bayreuther. Dreier von Bastian Doreth zum 65:64 und Kay Bruhnke zum 68:64 trugen wesentlich dazu bei, dass der dritte Abschnitt mit 25:15 an die Gastgeber ging. Nach der letzten Pause folgten dann gleich noch drei weitere Dreier (noch einmal von Doreth, zweimal von Brandon Childress), und plötzlich war das Medi-Team mit 77:68 auf der Siegerstraße (33.). Etwas eng wurde es zwar noch einmal, als der Vorsprung 100 Sekunden vor dem Ende auf 84:81 schmolz, aber die Bayreuther brachten den letztlich vollkommen verdienten Sieg ins Ziel. „Die Spieler haben die nötigen Anpassungen vorgenommen, das war hervorragend“, erklärte Medi-Trainer Lars Masell die Wende. Medi Bayreuth: CHILDRESS (24 Punkte / 32:43 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 6), HILL (7 / 22:51 / -1), RICH (2 / 8:25 / -3), Diallo (0 / 5:48 / -4), Bruhnke (8 /9:16 / -1), Doreth (9 / 13:55 / 12), Nikic (4 / 14:31 / 9), K. YOUNG (15 / 19:41 / 1), ROWE (17 / 27:55 / 8), Sargiunas (4 / 25:54 )-2), Grant (2 / 19:01 / 5), Kämpf; Feldwurfquote: 33/60 (55 Prozent), davon 11/26 Dreier (42 Prozent): Childress (4/7), Doreth (3/4), Bruhnke (2/4), Hill (1/4), Rowe (1/4); Freiwürfe: 15/18 (83 Prozent); Rebounds: 23 defensiv, 4 offensiv (Hill 5/0)); Assists: 18 (Childress 6); Effektivität: 104 (Childress 24, Young 16, Rowe 16, Doreth 10).

Brose Bamberg: MILLER (15), Bell (11), WOHLRATH (0), Bulic, Sonnefeld, BOHACIK (9), Chachashvili (7), S. YOUNG (17), Reaves (3), Heckmann (14), SENGFELDER (10); Feldwurfquote: 30/64 (47 Prozent), davon 12/33 Dreier (36 Prozent); Freiwürfe: 14/17 (82 Prozent); Rebounds: 21 defensiv, 11 offensiv (Bohacik 6/2); Assists: 20 (Miller 7); Effektivität: 95 (Miller 21).

SR: Barth, Arik, Hodzic; Zuschauer: 3400 (ausverkauft). Stationen: 21:18 (7.), 21:30 (10.), 24:30 (1. Viertel), 24:33 (11.), 32:33 (13.), 41:40 (17.), 43:49 (Halbzeit), 56:61 (28.), 62:61 (28.), 68:64 (3. Viertel), 81:70 (35.), 84:81 (39.), 92:86 (Ende).

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