"70 Prozent Chance" Zehn Interessenten für Loewe

Foto: Marcus Führer/dpa/Archiv

KRONACH. Offenbar ist die Marke immer noch attraktiv: Rund zehn potenzielle Investoren interessieren sich für Loewe, bestätigte Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Suche nach einem neuen Eigentümer werde wohl ein, zwei, drei Monate dauern.

Auf die Frage, ob er einen Investor finden werde, sagte Weiß: „70 Prozent Chance, 30 Prozent Risiko.“ Nicht auszuschließen sei auch, dass am Ende die britische Investmentgesellschaft Riverrock Loewe übernehmen wird. Auf Riverrock werde ja immer „rumgehackt“. Es sei aber ein „ganz normaler Prozess“.

Dass Riverrock kein Geld mehr nachgeschossen hat, erklärt Weiß so: „Das ist halt eine Finanzentscheidung.“ Sein Verhältnis zu Riverrock sei „wie zu jedem anderen Gläubiger auch“.

Die Produktion in Kronach will Weiß mit insgesamt knapp 50 Beschäftigen vorerst aufrechterhalten. Produziert würden aber keine Fernseher, sondern Platinen für andere Unternehmen. Fernsehgeräte habe man noch auf Lager.

In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es, in den vergangenen Tagen hätten „sehr konstruktive Gespräche zwischen dem Insolvenzverwalter, dem Gläubigerausschuss, dem Loewe-Management sowie den Hauptgläubigern“ stattgefunden. Alle Beteiligten seien davon überzeugt, dass eine enge Zusammenarbeit im Zuge des Insolvenzverfahrens die Chancen erhöhe, einen neuen Investor für Loewe zu finden.

Pricewaterhouse Coopers (PwC) sei mit der Durchführung des internationalen Verkaufsprozesses beauftragt worden. Das M&A-Team werde von Timo Klees (Partner) und Fabian Dalka (Senior Manager) geleitet. Im Zuge der geplanten Veräußerung übernehme der neue Investor keine Verbindlichkeiten aus der Unternehmenshistorie.

„Wir freuen uns, dass sämtliche Verfahrensbeteiligte eng zusammenarbeiten, um eine Investorenlösung für Loewe zu finden. Investoren haben in der aktuellen Situation die einmalige Chance, den Geschäftsbetrieb von Loewe neu auszurichten und dabei die exzellente Marktpositionierung und Premiummarke zu nutzen“, so Geschäftsführer Ralf Vogt. Im Jahr 2018 habe Loewe mit rund 460 Mitarbeitern einen Umsatz von 133 Millionen Euro gemacht.

Die Bedeutung von Loewe für die Region sei ihm schon bewusst, sagt Weiß im Gespräch mit unserer Zeitung weiter. „Meine Frau kommt aus der Region, aus Forchheim.“ Er selbst ist gebürtiger Sachse, wohnt unter anderem in Dresden. Mit seiner Familie sei er immer wieder in Franken unterwegs.

Das „Produkt Loewe“ hält Rüdiger Weiß nach wie vor für gut. Eine Lösung, die künftig keine Produktion mehr in Kronach vorsieht, ist nach Einschätzung des Insolvenzverwalters „nicht zielführend“. Aber klar ist: Am Ende entscheidet der Investor.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading