400 Kündigungen Loewe entlässt alle Mitarbeiter

KRONACH. Die rund 400 Beschäftigten erhalten ihre Kündigung. Aber nicht alle werden sofort freigestellt. Eine Kernmannschaft von etwa 50 Beschäftigten bleibt.

Nach den Verhandlungen über Interessensausgleich und Sozialplan müssen die Loewe-Mitarbeiter schon nächste Woche mit den Kündigungsschreiben rechnen. "Der Betrieb ist ja schon stillgelegt", sagte am Freitag ein Vertreter der Insolvenzverwaltung. Er gehe davon aus, dass es einen Anspruch auf Abfindungen gebe. "Ob die Masse leistungsfähig ist", sei aber unklar. Das könne sich über Jahre hinziehen.

Auch Jürgen Apfel, Coburger IG Metall-Chef, geht davon aus, dass nächste Woche die Kündigungen rausgehen. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte er, dass Interessensausgleich und Sozialplan abgeschlossen und unterzeichnet sind. "Es wird alle treffen", sagte er. In der Belegschaft gebe es eine tiefe Niedergeschlagenheit. "Es ist schrecklich." Die Gewerkschaft wolle die Mitarbeiter nun mit besonderen Beratungsangeboten unterstützen, damit sie im Idealfall nach der Kündigungsfrist erst gar nicht in die Arbeitslosigkeit kommen.

Mitarbeiter kriegen neue Jobs angeboten

Immer wieder bekämen Loewe-Beschäftigte auch neue Job-Angebote, bestätigte Apfel. Entwickler, Controller, Vertriebsleute und auch Leute aus der Verwaltung würden gesucht und seien auf dem Absprung oder hätten das Unternehmen schon verlassen. Gleichwohl bleibe bei einem großen Teil der Beschäftigten zunächst vor allem Angst und Unsicherheit.

Was den Investorenprozess bei Loewe angehe, stehe man laut Insolvenzverwaltung noch am Anfang. Es habe aber bereits zahlreiche Gespräche und mehrere Vor-Ort-Besichtigungen gegeben. Ziel von Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß sei, den Prozess bis spätestens Jahresende abzuschließen. IG-Metall-Gewerkschafter Jürgen Apfel vermutet, dass es auf die britische Investmentfirma River-Rock hinausläuft.

 

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