1:3 gegen Spitzenreiter Widerstand auf imposante Weise

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Dreikampf auf hohem Niveau: die Bayreuther Niklas Tiepner (links) und Tobias Graunke gegen Matthias Höfling. Foto: Jürgen Schott

Punkte konnte man kaum erwarten beim BSV 98 Bayreuth im Spiel gegen den unbesiegten Tabellenführer der Männer-Bayernliga Nord. Nach dem 1:3 gegen den SV Mömlingen durften die Gastgeber aber trotzdem stolz sein auf die Art und Weise, wie sie dem hohen Favoriten Widerstand geleistet hatten.

Volleyball - Selten dürfte eine Niederlage solche Zufriedenheit und solchen Stolz ausgelöst haben wie das 1:3 des BSV 98 Bayreuth gegen den TV Mömlingen. Die Gastgeber – aktuell weiter Siebter im Neunerfeld der Herren-Bayernliga – leisteten dem souveränen Spitzenreiter auf imposante Weise Widerstand und holten sich trotz des 25:20, 24:26, 19:25, 22:25 viel Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.

„Können wir diese Form halten, dann werden uns in dieser Saison sicher noch einige Punktgewinne glücken“, meinte denn auch Zuspieler Jonas Zusann. Zumindest einem Punkt für die Tabelle waren die Bayreuther schon am Samstag sehr nahe, als sie nach gewonnenem ersten Durchgang im zweiten Satz mit 23:22 führten. Doch gelang es nicht, den Sack zuzumachen, weil TV-Angreifer Christopher Schuhmann in dieser Phase nicht zu stoppen war.

Als überragenden Spieler beim Gegner machte BSV-Coach Thomas Kotlar indes einen „Joker“ aus, TV-Trainer Hamed Madanchi. Mömlingens Nummer 15 wechselte sich beim Stand von 13:11 für den BSV im zweiten Satz selbst ein und sorgte für die Wende. Felix Hoffmann, Niklas Tiepner und Lukas Reichel, die bis dahin mit starken Angriffsaktionen für viele Punkte des Heimteams gesorgt hatten, scheiterten nun vermehrt an der Abwehr um den neuen Mittelblocker mit viel Übersicht. Madanchi, übrigens Ehemann der ersten iranischen Olympiamedaillengewinnerin Kimia Alisadeh (Bronze 2016 im Taekwondo, 2020 nach Deutschland geflüchtet), sorgte für die Wende.

Dabei führte Bayreuth auch im dritten Satz hoch (7:2), „doch fünf Punkte Vorsprung in diesem frühen Stadium sind eben nicht dasselbe wie ein 20:15“, erklärte Kotlar. Die junge BSV-Mannschaft mit fünf U 24-Spielern konnte das hohe Niveau nicht durchgehend halten, während die Unterfranken auch ohne Stammzuspieler Patrick Klawitter nun besser zurechtkamen. Kotlar: „Mömlingen besitzt eben einen super Kader. Aber ich bin unglaublich stolz, dass wir unserem Publikum gegen solch einen Gegner so einen spannenden Fight präsentiert haben. Und das mit drei Leuten, die normalerweise zwei Klassen tiefer spielen...“

Kotlar meinte dabei weniger sich selbst als vielmehr Mittelblocker Tobias Graunke und Libero Jonas Faull, die mithalfen, dass es 109 Minuten lang spannend blieb. Und hätte der BSV im vierten Abschnitt bei 13:14 und 17:19 zwei ewig lange Ball-Rallyes für sich entschieden, wäre womöglich noch mehr möglich gewesen. Und dann war da ja auch noch die Szene kurz vor Schluss, als die Unparteiische nach einem Mömlinger Schmetterschlag ins Aus zuerst auf Punkt für den BSV entschied und dann nach heftigem Protest der Gäste – es war nicht der erste im Spiel – die Akteure befragte, wobei Tiepner eine Ballberührung zugab. 21:23 statt 22:22.

Der TV Mömlingen hatte wenig später doppelten Grund zur Freude – über drei mühsam erkämpfte Punkte und über die Nachricht, dass der Hauptrivale TSV Röttingen beim SC Memmelsdorf verloren hatte. „Schade, dass ich einige der super zugespielten Bälle, ins Aus gesetzt habe“, ärgerte sich derweil auf der Verliererseite der dennoch starke Felix Hoffmann. Am kommenden Sonntag in Eibelstadt kann er es noch besser machen, sodass die Worte des Kollegen Zusann (siehe oben) schnell Wirklichkeit werden.

 

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