105:82 gegen Aarhus Medi-Team gewinnt sogar Gesamtvergleich

Zufriedene Gesichter: Den Bayreuthern um Kapitän Bastian Doreth (links) war am Ende anzusehen, dass ihnen genau das gelungen war, was sie sich vorgenommen hatten. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Medi Bayreuth ist auf dem besten Weg ins Viertelfinale des Fiba-Europe-Cups. Noch ist zwar nicht entschieden, wer in der Gruppe I der zweiten Gruppenphase die dafür nötigen ersten beiden Plätze belegen wird. Nach dem überzeugenden Sieg gegen die Bakken Bears aus Aarhus mit 105:82 (56:43) kann der Bundesligist aber sehr zuversichtlich in die beiden noch ausstehenden Spiele gehen.

 

Zum einen hat er sich mit der Höhe dieses Ergebnisses nicht nur für die herbe Enttäuschung im Hinspiel revanchiert, sondern sogar trotz der damaligen 92:110-Klatsche sogar noch den direkten Gesamtvergleich gegen den dänischen Serienmeister für sich entschieden. Vor allem aber haben die Bayreuther gestern Abend den 2201 Zuschauern in der Oberfrankenhalle bewiesen, dass sie in dieser Form die klar beste Mannschaft in der Gruppe stellen.

Schon nach dem ersten Viertel stand so gut wie fest, dass sich das Medi-Team von den beiden größten Problemen im Hinspiel nicht noch einmal überraschen lassen würde: Um die Rebounds wurde viel intensiver gekämpft, und die dänischen Distanzwerfer bekamen viel weniger Spielraum. Auffällig war insbesondere, wie weit Andreas Seiferth seinen Gegenspieler Michel Diouf nach außen verfolgte. Der senegalesische Center der Bakken Bears, der im Hinspiel fünf von sieben Dreiern verwandelt hatte, kam diesmal nur zu drei Versuchen in Bedrängnis, von denen keiner das Ziel fand. Noch weniger trat der im Hinspiel alles überragende Ryan Evans in Erscheinung. Trotzdem suchten die Gäste auch auf anderen Positionen den Distanzwurf, doch ihre Quote war von Beginn an dürftig (3/10 im ersten Viertel) und fiel am Ende mit 19 Prozent ziemlich kläglich aus. In der Zone erzielten sie so wenig Wirkung, dass sie bis zur 24. Minute noch keinen einzigen Freiwurf verzeichnet hatten.

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Auf der anderen Seite wirkte das Bayreuther Spiel variabler. Sowohl die Spieler als auch der Ball bewegten sich im Medi-Angriff besser. Dass die 12:5-Führung nach weniger als drei Minuten nicht im selben Tempo weiter anwuchs, lag am erwartungsgemäßen Sinken der Feldwurfquote nach spektakulären 80 Prozent in den ersten zehn Minuten (12/15) und ein paar schwierigen Treffern der Gäste. Wenn es eng zu werden drohte, fanden die Bayreuther aber souveräne Lösungen. Beim 32:29 (13.) kam der Impuls von Evan Bruinsma, der im Alleingang acht Punkte zum 40:33 sammelte (zwei Dreier), und beim 46:40 von Trainer Raoul Korner. Nach seiner Auszeit gelang ein 8:0-Lauf zum 54:40. Schon bei Halbzeit ging es somit fast nur noch um die Frage, ob der direkte Gesamtvergleich noch zu gewinnen sein würde. Zweifel daran kamen kurz auf, als Andreas Seiferth beim Stand von 60:47 (24.) gegen die Entscheidung eines Schrittfehlers protestierte und sich dafür ein technisches Foul einhandelte. Es war sein drittes, so dass der wieder stark aufspielende Center durch den nicht ganz so effektiven Reid Travis abgelöst werden musste. Prompt verkürzten die Bakken Bears durch ein Dreipunktespiel von Diouf auf 53:60. Kurzzeitig hakte der Medi-Spielfluss ein wenig, aber genau eine Minute vor der letzten Pause markierte Travis nach tollem Pass von James Robinson mit dem 75:56 schon die erste Führung im Gesamtvergleich beider Teams. Diese gaben die Bayreuther nicht mehr ab, auch wenn der 90:62-Vorsprung (15.) nochmals auf 92:72 (37.) schmolz.

Statistik

Medi Bayreuth: Robinson (7 Punkte / 19:36 MIn. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 11), WOODARD (23 / 30:50 / 12), DORETH (7 / 202:20 / 12), SEIFERTH (16 / 26:31 / 15), MEISNER (14 / 18:35 / 11), Alford (6 / 18:30 / 17), Travis (6 / 13:25 / 8), Bruinsma (14 / 21:08 / 12), Pryszcz, LINHART (12 / 25:55 / 18), Grüttner Bacoul (0 / 4:50 / -1); Feldwurfquote: 36/59 (61 Prozent), davon 10/18 Dreier (56 Prozent): Bruinsma (4/5); Freiwürfe: 23/28 (82 Prozent); Rebounds: 31 defensiv, 7 offensiv (Seiferth 3/4); Assists: 24 (Robinson 8); Ballgewinne: 8; Ballverluste: 16 (Seiferth 4); Effektivität: 132 (Woodard 27, Seiferth 19, Linhart 17, Bruinma 17, Meisner 16, Robinson 13, Doreth 12).

Bakken Bears Aarhus: Efianay (0 Punkte / 2:43 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -9), DARBOE (3 / 13:32 / -25), EVANS (6 / 24:08 / -28), ORTIZ (6 / 13:00 / -3), JUKIC (19 / 26:42 / -13), Ongwae (6 / 20:23 / 3), DIOUF (13 / 30:28 / -11), Neidhardt, Sahlertz (0 / 7:26 / -5), Galloway (3 / 11:30 / -15), Hilliard (15 / 26:28 / 2), Laerke (11 / 23:40 / -11); Feldwurfquote: 35/80 (44 Prozent), davon 5/26 Dreier (19 Prozent): Hilliard (2/6), Laerke (1/1), Jukic (1/4), Darboe (1/4); Freiwürfe: 7/9 (78 Prozent); Rebounds: 18 defensiv, 13 offensiv (Diouf 6/2); Assists: 15 (Hilliard 7); Ballgewinne: 8 (Hilliard 4); Ballverluste: 11; Effektivität: 79 (Jukic 19, Hilliard 17, Diouf 14, Laerke 11).

SR: Stoica (Rumänien), Oliot (Frankreich), Rohacky (Österreich); Zuschauer: 2201.

Stationen: 12:5 (3.), 16:12 (6.), 24:14 (8.), 29:21 (1. Viertel), 31:21 (11.), 32:29 (13.), 40:33 (15.), 46:40 (18.), 54:40 (19.), 56:43 (Halbzeit), 60:53 (15.), 78:56 (30.), 78:58 (3. Viertel), 90:62 (34.), 92:74 (37.), 101:76 (39.), 105:82 (Ende).

 

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