Zweitbeste Deutsche Lisa Wirth bei Berglauf-WM

Von Ralf Münch
Die Betzensteinerin Lisa Wirth lief bei der Berglauf-WM in Andorra mit. Foto: red Quelle: Unbekannt

BETZENSTEIN. Lisa Wirth ist eine erfolgreiche Leichtathletin. Man kann sie aber durchaus auch als Extremsportlerin bezeichnen – ist sie doch auch am Berg unterwegs. Und nahm wie im Vorjahr an der Weltmeisterschaft im Bergauflaufen teil, die am Sonntag in Canillo (Andorra) stattfand. Jetzt zog sie im Kurier-Gespräch ein durchaus erfreuliches Fazit.

 
Schließen

Diesen Artikel teilen

Am Montagnachmittag kam sie zurück. Insgesamt bestand das deutsche Team aus 16 Läufern – jeweils vier Frauen und vier Männer bei den Erwachsenen wie bei den Junioren. „Ich war unter den deutschen Frauen Zweitbeste, in der Gesamtwertung reichte es für Rang 21 bei 77 Frauen“, so Wirth. Eine Stunde, 13 Minuten und 18 Sekunden brauchte sie für die zwölf Kilometer bergauf. In der Mannschaftswertung holten die Deutschen Platz sechs.

Höhenunterschied von 1000 Metern

Eine Leistung, über die die Sportlerin mehr als nur zufrieden ist: „Die Konkurrenz war echt stark. Und wir hatten alle eine recht gute Leistung gezeigt.“ Die Strecke, die immer nur bergauf geht bei einem Höhenunterschied von rund 1000 Metern – das würde jedem noch so ambitionierten Jogger, der nur kleine Hügel gewohnt ist, weh tun.

"Bergauf braucht man einfach genügend Luft"

Bei Lisa Wirth? Fehlanzeige. „Vergangenes Jahr, als ich die Weltmeisterschaft in Premana in Italien gelaufen bin, hatte ich den schlimmsten Muskelkater meines Lebens“, sagt sie. Es habe einige Tage gedauert, bis sie wieder anständig Treppen steigen konnte. Dieses Jahr sei das anders. „Bergab zu laufen geht irre auf die Beinmuskulatur. Bergauf braucht man einfach genügend Luft“, lacht die Sportlerin mit Blick auf das Vorjahr. Als sie eben wegen des Muskelkaters kaum noch laufen konnte und sie erst einmal eine längere Trainingspause einlegen musste. Das ganze Rennen über sei es ihr in Andorra gut gegangen. Ihr sei, so Wirth, während des Laufs sogar gesagt worden, dass sie frisch aussehe.

Letzter Kilometer brutral

Sie betont: „Natürlich muss man sich auf so etwas hart vorbereiten. Schon alleine, um sich für das deutsche Team zu qualifizieren. Deshalb steht man so etwas auch durch. Aber wenn man oben ist, dann ist man natürlich schon froh. Und auch fertig.“ Und außerdem sei es natürlich auch schön, wenn die Kilometerangaben, wie weit es noch bis zum Ziel ist und die am Wegrand stehen, immer mehr abnehmen. Brutal sei dann allerdings noch der letzte Kilometer gewesen – „es ist irre, wie sich 1000 Meter ziehen können“.

Unterstützung aus dem Umfeld

Ihre Eltern Reinhard und Agnes Wirth sowie Bruder Johannes sind mitgereist, haben sie angefeuert. Aber es waren noch weit mehr Menschen mit von der Laufpartie, im mentalen Sinn. Denn irgendwann hat „irgendwer“ – hundertprozentig sicher ist sie sich da nicht – eine Whatsapp-Gruppe gegründet. In der feuern sie jetzt Familie, Freunde, Bekannte oder auch Betzensteiner an. Eben Leute aus ihrer Heimat. „Ich habe sehr viele Nachrichten bekommen. Von vielen, die an mich dachten, die mir die Daumen drückten. Es ist ein sehr schönes Gefühl zu wissen, dass so viele bei einem sind und irgendwie mitlaufen“, sagt Wirth.

Patenkind empfing sie imDeutschland-Trikot

Schön war es, als sie am Ziel endlich mal die Beine hochlegen und durchatmen konnte, als der Druck abfiel. Und noch ein anderes schönes Erlebnis hatte sie: Als sie zu Hause angekommen war, hatte ihre Schwester Christina ihr einen kleinen Empfang vorbereitet. Und Jano, ihr eineinhalb Jahre altes Patenkind, empfing sie im Deutschland-Trikot. Und nächstes Jahr? „Vorausgesetzt, ich qualifiziere mich wieder für die Mannschaft, geht es dann zur Weltmeisterschaft nach Argentinien im Bergauf-bergab-Lauf und zur Europameisterschaft nach Zermatt in der Schweiz, da geht es nur bergauf.“ Irgendwie bekommt Wirth nicht genug - und aufgeben, wie sie sagt, komme sowieso nie in Frage.

Bilder