Verdient war der Bayreuther Sieg aufgrund der Mehrzahl an zwingenden Chancen. Das galt fast durchgehend, obwohl es im Spielverlauf (bei insgesamt stark verbessertem Niveau) durchaus unterschiedliche Phasen gab.
Der Kampf um den Klassenerhalt in der DEL2 ist wieder offen. Zwei Tage nach der Besorgnis erregenden 0:5-Niederlage bei den Tölzer Löwen gewannen die Bayreuth Tigers am Samstag ihr erstes Heimspiel in der entscheidenden zweiten Runde der Playdowns durch zwei Überzahltore mit 2:1 (1:0, 1:1, 0:0) und glichen damit in der Best-of-seven-Serie zum 1:1 aus.
Verdient war der Bayreuther Sieg aufgrund der Mehrzahl an zwingenden Chancen. Das galt fast durchgehend, obwohl es im Spielverlauf (bei insgesamt stark verbessertem Niveau) durchaus unterschiedliche Phasen gab.
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Am offensichtlichsten war von Beginn an die Steigerung der Tigers in der Defensive. Sie ließen die Tölzer längst nicht so oft wie im ersten Spiel mit hohem Tempo über die blaue Linie kommen – und wenn, dann wenigstens nicht bis zum Tor. So wurde Torhüter Tomas Vosvrda sogar in der einzigen Unterzahlsituation des ersten Drittels (15.) nur in der letzten Sekunde einmal ernsthaft geprüft (von Casey Borer).
Im Bayreuther Angriff litt zwar manches unter ungenauen Aufbaupässen, aber der Führungstreffer im Powerplay war sogar glänzend herausgespielt. Anthony Luciani kam in bester Position vor dem Tor zum Abschluss. Wiederum Luciani bei einem Break (14.) und Sebastian Busch zentral aus kurzer Distanz (17.) hatten danach noch Chancen von einer Qualität, die auf der Gegenseite nicht zu registrieren war.
Den zweiten Abschnitt eröffneten die Tölzer mit sichtlichem Bemühen um mehr Angriffsdruck. Vosvrda bekam mehr Arbeit, und als seine Vorderleute ausnahmsweise einmal einen Schuss aus zentraler Position zuließen, wurde es bei einem Pfostentreffer von Joonas Vihko (25.) sehr gefährlich. Somit kam der Ausgleich in dieser Phase nicht ganz überraschend, auch wenn die konkrete Situation nicht unbedingt zwingend wirkte. Löwen-Topscorer Philipp Schlager traf mit einem Handgelenkschuss kurz hinter der blauen Linie, der nicht unhaltbar schien.
Die Bayreuther ließen allerdings keine Anzeichen von Verunsicherung erkennen, sondern nutzten drei Minuten später ihre nächste Überzahlchance. Jozef Potac traf dabei mit einem mächtigen Schlagschuss. Stabilität bewiesen die Gastgeber dann auch in zwei Unterzahlphasen (32. und 39.), ehe sie erneut die letzte große Tormöglichkeit des Drittels hatten: Zehn Sekunden vor der Pause rutschte ein Schuss des Ex-Tölzers Timo Gams durch die Beine von Torwart Mikko Rämö und nur ganz knapp am Pfosten vorbei.
Im letzten Drittel gelang es den Tölzern zunächst häufiger, nachhaltigen Druck in der Bayreuther Zone aufzubauen. Die Tigers verteidigten aber engagiert, blockten viel vor ihrem Torhüter ab und kamen selbst in diesen Phasen bei ihren Vorstößen zu den klareren Chancen durch Sebastian Busch (42.) oder zweimal Andreas Geigenmüller (48.). Eine große Portion Glück benötigten die Tigers nur einmal in der 52. Minute, als der Videobeweis bemüht werden musste. Bei einem Bauerntrick von Florian Strobl lag der Beinschoner von Vosvrda hinter der Torlinie – doch nicht weit genug, um Platz für die vollständige Scheibe zu lassen.
„Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie mit Kraft und Energie zu kämpfen hatten“, sagte Löwen-Trainer Rick Boehm nach dem Spiel. Anzeichen dafür sah auch sein Bayreuther Kollege Sergej Waßmiller: „Man sieht das an der Konzentration. Beide Mannschaften haben ein paar Fehler gemacht, die Pässe kamen nicht immer genau.“ Zufrieden äußerte er sich vor allem über die Steigerung seiner Mannschaft in der Defensive: „Wir haben viele Schüsse geblockt. Dieser Wille, hinten gut zu stehen, hat uns das entscheidende Stück weiter gebracht.“
Bayreuth Tigers: Vosvrda – Heider, Linden; Neher, Potac; Gerstung, Mayer – Luciani, Stas, Pavlu; Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch; Gams, S. Busch, Gläser; Ontl, V. Busch, Voronov.
Tölzer Löwen: Rämö – Borer, Reiter; Kolacny, Schwarz; Horschel, Frank; Grabmaier – Vihko, St. Jacques, Schlager; Kathan, Kornelli, Sedlmayr; Strobl, Edfelder, Endraß; Ehliz, Schenkel, Hörmann.
SR: Brill, Vogl; Strafminuten: Bayreuth 6, Bad Tölz 8; Zuschauer: 1652.
Tore: 1:0 (12.) Luciani (Kolozvary, Potac – 5 gegen 4), 1:1 (28.) Schlager (St. Jacques), 2:1 (31.) Potac (Geigenmüller, Luciani – 5 gegen 4).