Zwei Exhumierungen im Fall des Ex-Krankenpflegers Niels H.

Im Zusammenhang mit den weiteren Ermittlungen im Fall des ehemaligen Krankenpflegers Niels H. sind die sterblichen Überreste von zwei früheren Patienten des Klinikums Delmenhorst exhumiert worden.

Wie der Sprecher der Sonderkommission der Polizei Oldenburg, Stephan Klatte, am Donnerstag sagte, wurden die beiden Leichname auf dem Friedhof in Ganderkesee exhumiert. Sechs weitere Exhumierungen sollten wie angekündigt erfolgen. Die Verstorbenen werden dann in der Gerichtsmedizin untersucht und anschließend gleich wieder bestattet.

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Niels H. war Ende Februar vom Landgericht Oldenburg wegen zweifachen Mordes, zweifachen Mordversuchs sowie gefährlicher Körperverletzung an insgesamt fünf Patienten des Klinikums Delmenhorst zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Zugleich stellten die Richter eine besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausschließt.

Der Angeklagte gestand während des Prozesses allerdings, etwa 90 Patienten ein Herzmedikament gespritzt zu haben, um sie wiederzubeleben. Rund 30 starben demnach. Die Ermittlungsbehörden überprüfen derzeit mehr als 174 Sterbefälle im Klinikum Delmenhorst, die in die Dienstzeit von Niels H. fielen und in denen die Verstorbenen erdbestattet wurden. Ende Februar hatte die Soko acht Exhumierungen in Ganderkesee angekündigt, weitere auch auf anderen Friedhöfen sollen folgen.

afp