Zur besseren Integration Deutsch lernen in der Werkstatt

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erprobt ein Pilotprojekt auch in Marktredwitz. Im praktischen Arbeitsalltag beim bfz üben Zuwanderer die neue Sprache und noch vieles mehr

  Foto: /bfz

Manche Geflüchtete sind schon seit einigen Jahren in Deutschland, aber mit einer Arbeitsaufnahme wollte es bislang nicht klappen. Grund dafür ist, wie es in einer Mitteilung des bfz heißt, dass ihre Sprachkenntnisse einfach noch nicht ausreichen, um sich am Arbeitsplatz zielführend zu verständigen. Dieses Schicksal zeichnet den Weg vieler Zuwanderer, die in ihren Heimatländern zwar einer Beschäftigung nachgegangen waren, aber nicht an das Sprachlernen gewohnt waren. Der übliche Deutschkurs am neuen Wirkungsort konnte daher nicht zu einem nachhaltigen Erfolg führen.

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Praxis- und realitätsnah

Seit dem vergangenem Jahr erprobt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bei ausgewählten Trägern eine Kursform in seinem Förderspektrum, das der beschriebenen Zielgruppe hilft, ihre Sprachkenntnisse praxis- und realitätsnah einzuüben und zu festigen. Das Sprachniveau in dem Kursangebot befindet sich unterhalb dem Niveau B 1 im gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, daher tragen die Kurse die Bezeichnung „Berufssprachkurs unter B 1“. Das Niveau B 1 wird etwa bei den gängigen Integrationskursen erreicht, der Neuzuwanderern aus vielen Ländern in der Regel zusteht. Ziel der Berufssprachkurse ist es, eine Arbeitsaufnahme vor allem im Helferbereich in greifbare Nähe zu rücken.

Ein solches Pilotprojekt haben jetzt sieben Männer beim bfz Hochfranken am Schulungsort Marktredwitz abgeschlossen. Die Teilnehmer aus dem Irak, Kasachstan, Sudan und Syrien wurden in 300 Unterrichtseinheiten von dem Deutschlehrer Marek Pioch begleitet und in praxisnahem Deutsch unterrichtet. 120 Stunden davon waren praktische Tätigkeiten in den Metall- und Holzwerkstätten des bfz, in denen sie – angeleitet von Ausbilder Karl Schreyer – anhand praktischer Aufgaben wesentliche Begriffe und Kommunikationsstrukturen am Arbeitsplatz einüben konnten.

Mit Deutschlehrer vor Ort

Als besonders wertvoll empfanden Teilnehmer und Lehrkräfte sowie die sozialpädagogische Begleiterin, Marina Leinweber, das Teamteaching im praktischen Bereich: Der Deutschlehrer konnte sofort vor Ort bei jeglichen Verständnisschwierigkeiten eingreifen, das Erklärte noch einmal in leichter Sprache darlegen und sicherstellen, dass die Teilnehmer die Anleitung für die Arbeitsschritte verstanden hatten und selbst auch wiedergeben konnten. Im Theorieteil wurden die Aufgaben vor- und nachbereitet, Arbeitsprozesse, Werkzeuge und Materialien benannt und gängige Redewendungen für die Arbeit im gewerblichen Bereich eingeübt.

Das Thema Arbeitssicherheit lag den Verantwortlichen dabei besonders am Herzen, weswegen auch Themen wie Schutzkleidung, Sicherheitskennzeichen, Gefahrenstoffe und so weiter auf dem Lehrplan standen. Ihr handwerkliches Können konnten die Teilnehmer schließlich am selbst hergestellten Endprodukt unter Beweis stellen – einem Schuhregal aus Holz, das jeder am Kursende mit nach Hause nehmen durfte.

Im Laufe des Sommers soll beim bfz ein ähnlicher Kurs mit der Fachrichtung „Hauswirtschaft“ beginnen. red