Zum Tod von Georg Ramming Das Vereinsheim wird sein Denkmal

, aktualisiert am 30.04.2021 - 17:51 Uhr
Das Waldfest war ihm wichtig – ebenso wie das große Projekt der Saaser Siedler: der Neubau des eigenen Vereinsheims. Jetzt ist Georg Ramming im Alter von 63 Jahren überraschend gestorben. Foto: Archiv/Eric Waha/Eric Waha

Tiefe Betroffenheit im Stadtteil Saas: Der langjährige Vorsitzende der Saaser Siedlervereinigung ist am Sonntag im Alter von nur 63 Jahren gestorben.

Bayreuth - Tiefe Betroffenheit im Bayreuther Stadtteil Saas: Georg Ramming, der Vorsitzende der Siedlervereinigung Saas, ist im Alter von 63 Jahren vollkommen unerwartet gestorben. Georg Ramming stand über Jahrzehnte an der Spitze des Vereins, der unter seiner Regie und in Zusammenarbeit mit seiner langjährigen Stellvertreterin Ingrid Schmidt einen deutlichen Aufschwung auf aktuell rund 400 Mitglieder – und vor allem eine intensive Verjüngungskur – erlebt hat.

Treibende Kraft von Neuerungen

Der Saaser Distriktsvorsteher Gerfried Schieberle beschreibt Ramming als „die treibende Kraft hinter vielen Neuerungen, die den Verein auf neue Beine gestellt haben“. Unter Rammings Regie sei unter anderem die Waldweihnacht eingeführt worden, „deren Erlös an den Kindergarten gegangen ist“, wie Schieberle sagt. „Das war natürlich für die Leute, die neu zugezogen sind, eine gute Sache, weil man sich bei solchen Gelegenheiten zwanglos kennenlernen konnte.“ Ganz ähnlich wie das Waldfest der Siedler – und der Sportler im Anschluss – für den gesellschaftlichen Kitt in dem in den vergangenen Jahren deutlich gewachsenen Stadtteil verantwortlich sind.

Intensiver Einsatz

Ein Projekt, „in das Georg Ramming viel Herzblut gesteckt hat“, wie nicht nur Schieberle sagt, sei das geplante Vereinsheim für die Saaser Siedler gewesen, das am Hofacker gebaut werden soll. „Dazu hat er unter anderem die Verhandlungen mit der Stadt geführt, weil er über gute Kontakte verfügt hat“, sagt Schieberle. „Das hat er wirklich mit jeder Faser vorangetrieben“, sagt Tanja Zimmermann, die als Kassenverantwortliche Teil des Vorstands ist und eng mit Georg Ramming zusammengearbeitet hat. Vorangetrieben – auch gegen Widerstände, die es durchaus im Vorfeld gegeben hatte.

Ein Saaser mit Ecken und Kanten

Denn nicht nur Tanja Zimmermann beschreibt Georg Ramming als einen Saaser mit Ecken und Kanten, „was ja auch gut ist“. Ramming, der als selbstständiger Versicherungsfachmann gearbeitet hat, habe klare Vorstellungen gehabt, die er natürlich auch um- und durchsetzen wollte. Was die Zusammenarbeit „nicht immer einfach gemacht hat“, wie Ingrid Schmidt sagt, die über viele Jahre Rammings Stellvertreterin an der Vereinsspitze war. „Aber wir haben uns dennoch gut vertragen – und Streitpunkt auch schnell wieder vom Tisch gewischt, das gehört einfach dazu. Denn Georg war auch einer, der kompromissbereit war“, sagt Ingrid Schmidt, die Ramming „einen Kümmerer, der immer versucht hat, für alle das Beste herauszuholen“, nennt. Die vielen Ideen aus den Reihen des Vereins, die zum Zusammenhalt der Saaser beitragen – wie etwa die Mai-Feier, die Herbert Schnörer angeregt hatte, das Kürbisfest oder die Pflanzenbörse – habe Ramming immer tatkräftig unterstützt

Unterhaltsam und offen

Privat sei Ramming, der mit seiner Lebensgefährtin gerne Kurztrips unternommen „und vor allem viel zum Wandern unterwegs war“, wie Ingrid Schmidt sagt, „ein unterhaltsamer und offener Mensch“ gewesen. Neben dem Vereinsheim, dem ehrgeizigen Projekt, „das sein Steckenpferd war, das jetzt erst einmal Tanja und ich in die Hand nehmen werden, um die Umsetzung voran zu treiben“, sei das Gelingen des Waldfests ein zentrales Thema für den Vorsitzenden gewesen. „Wenn wir einen richtig guten Abend beim Waldfest hatten, wenn man gesehen hat, dass die Leistung nicht umsonst war, die alle – die ja ehrenamtlich arbeiten – gebracht haben, dann konnte sich Georg tatsächlich freuen wie ein kleines Kind“, sagt Tanja Zimmermann.

Vater-Sohn-Gespann führte bislang den Verein

Seit der letzten Wahl – wegen der Corona-Pandemie war die turnusmäßig anstehende Neuwahl im vergangenen wie auch in diesem Jahr aufgeschoben worden – war die Siedlervereinigung von dem Vater-Sohn-Gespann Georg und Manuel Ramming geführt worden. „Unser Plan wäre eigentlich gewesen, am 1. Mai zusammen mit der Mai-Feier eine Art kleines Richtfest für das Vereinsheim zu machen“, sagt Ingrid Schmidt. Weil viele vorarbeiten schon gelaufen sind, weil man jetzt auf den Fortgang der Arbeiten warte. Eine Feier, die nicht stattfindet. Dafür, sagt Tanja Zimmermann, werde das Vereinsheim, für das Georg Ramming so viel vorgearbeitet hat, ganz sicher „sein Denkmal werden“. Die erste Feier im neuen Vereinsheim werde man zu seinem Gedenken machen.

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