Zu gut CSU hat bei Direktmandat im Wahlkreis 240 seit Jahrzehnten die besseren Karten

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Er war der Star der Kulmbacher CSU: Von 2002 bis 2011 vertrat Karl-Theodor zu Guttenberg den Wahlkreis Kulmbach in Berlin. Auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit erreichte er bei der Bundestagswahl 2009 68,1 Prozent der Erststimmen. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es schwer wird, der CSU das Bundestagsmandat abzuluchsen. Denn seit 1950 ist es fest in den Händen der Christsozialen.

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Das wird so leicht nicht mehr einzuholen sein. Für die fünf bereits im Bundestag vertretenen Parteien CSU, SPD, FDP, Grüne und Linke war sein Rückzug auch ein Neubeginn. Alle schicken 2013 relativ junge Direktkandiaten ins Rennen. Drei, Emmi Zeulner (CSU), Simon Moritz (SPD) und Valentin Motschmann (Grüne), sind unter Dreißig. Dennoch können sie bereits auf politische Erfahrung verweisen, etwa als Vertreter in Stadt- und Kreisräten. Ein völlig neues Gesicht präsentierten dagegen die FDP mit Stephan Otte (33) und die Linken mit Marko Müller (44).

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Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es schwer wird, der CSU das Bundestagsmandat abzuluchsen. Denn seit 1950 ist es fest in den Händen der Christsozialen: Nur SPD-Politiker Friedrich Schönauer gelang 1949 der Sprung in den Landtag. Danach folgten die CSU-Männer Johannes Semler (ab 1950), Max Spörl (ab 1953) und Gustav Sühler (ab 1957).

Großvater Guttenberg

Schließlich ging das Bundestagsmandat erstmals an ein Mitglied der Guttenberg-Familie. Der Großvater des späteren Wirtschafts- und Verteidigungsministers, Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, wurde 1961 mit 48,8 Prozent in den Bundestag gewählt. 1965 gelang ihm die Wiederwahl mit 59,0 Prozent - ein Erststimmenanteil, den sein Enkel später noch übertraf. Er war von 1967 bis 1969 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeskanzleramt und kandidierte noch einmal auf der Landesliste.

Von 1969 bis 1990 vertrat Lorenz Niegel die CSU, damit wurde er der bisher langjährigste Bundestagsabgeordnete der Partei aus dem Wahlkreis Kulmbach. Von 1990 bis 2002 vertrat der ehemalige CSU-Generalsekretär Bernd Protzner den Wahlkreis. Auf ihn folgte schließlich "KT", der 2002 63,0 Prozent der Erststimmen gewann, 2005 60,0 Prozent und 2009 den Spitzenwert 68,1 Prozent erzielte.

Doch es ist nicht so, dass die Sozialdemokraten nie zum Zuge gekommen wären. Über die Parteiliste gelang es Karl Herold aus Kulmbach Bundestagsabgeordneter zu werden. Von 1953 bis 1976 war der Vater des Grünen Politikers Hans-Dieter Herold Parlamentarier in Berlin. In der Regierung Willy Brandt wurde Herold zum Parlamentarischen Staatssekretär im Innenministerium. Auch der Unternehmer Philipp Rosenthal (SPD) wurde 1976 und 1980 über die bayerische Liste in den Bundestag gewählt. Zuvor war er Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium unter Karl Schiller, trat aber   1971 von diesem Amt zurück. Bundestagsabgeordneter blieb Rosenthal bis 1983 und war zweitweise  Vorstandsmitglied der SPD-Fraktion. Sein Nachfolger war der Außenpolitiker Günther Verheugen, von 1983 bis 1998 im Bundestag, Staatssekretär im Auswärtigen Amt und später EU-Kommissar. Seit seinem Rückzug ist das SPD-Bundestagsmandat im Wahlkreis Kulmbach verwaist.

Grenzen des Wahlkreises immer wieder anders

Übrigens wurden die Grenzen des Wahlkreises seit 1949 immer wieder verändert. So gehörten anfangs Stadt und Landkreis Kulmbach und die Landkreise Lichtenfels, Naila und Stadtsteinach dazu. Ab 1965 kamen statt Naila Stadt und Landkreis Forchheim und der Landkreis Ebermannstadt hinzu. Seit 1976 hat der Wahlkreis in etwa den Zuschnitt den er jetzt hat und umfasst die Landkreise Kulmbach, Lichtenfels und Bamberg. Aktuell sind es 19 Bamberger Landkreisgemeinden, die zum Stimmkreis Kulmbach gehören.