Die Zementindustrie gilt dabei als eine der Branchen, in denen CO2-Emissionen besonders schwer zu vermeiden sind. Ob das CO2 aus Anlagen wie der im Heidenheimer Stadtteil Mergelstetten tatsächlich gespeichert werden kann, entscheidet sich aber weniger am Ofen als an Regeln und Infrastruktur.
Grünes Licht für CO2-Speicherung im Meeresboden
Um den Klimakiller nicht in die Luft zu pusten, soll das Kohlenstoffdioxid unter dem Meer landen. Der Bundestag hatte Anfang des Jahres ein Gesetz verabschiedet, das die rechtlichen Voraussetzungen für den dortigen Einsatz der sogenannten CCS-Technologie schafft. Damit darf CO2 aus der Zement- und Kalkproduktion aufgefangen und dauerhaft im Meeresboden gespeichert werden. Nur in speziellen Schutzgebieten ist das tabu.
Das Abscheiden und dauerhafte unterirdische Speichern von CO2 wird in der Fachsprache kurz als CCS bezeichnet. Von CCU ist die Rede, wenn das Treibhausgas wiederverwendet wird - um es beispielsweise für Feuerlöschanlagen und als Kohlensäure in Getränken zu nutzen. Die Verfahren sollen verhindern, dass CO2 die Atmosphäre erreicht.
Wie lange wird der Aufbau der Infrastruktur in Deutschland dauern?
Das Bundeswirtschaftsministerium schätzt, dass der Aufbau von Transport- und Speicherinfrastrukturen etwa sieben bis zehn Jahre dauern kann.
Laut Ministerium muss die Infrastruktur eigentlich bereits Anfang der 2030er Jahre fertig sein, um die Klimaziele zu erreichen. Für Anlagen wie in Heidenheim bedeutet das: Wann abgeschiedenes CO2 tatsächlich gespeichert werden kann, hängt am Tempo beim Aufbau dieser Infrastruktur.