Bei den Anleihen handelt es sich um ein grundschuldlich besichertes Papier mit einem Volumen bis zu 20 Millionen Euro und einem Zinssatz von sieben Prozent sowie ein zweites unbesichertes Angebot mit einem Volumen von bis zu zehn Millionen Euro zu einem Zinssatz von neun Prozent.

Verlängert wurde auch das freiwillige Umtauschangebot an die Inhaber der Wandelschuldverschreibungen 2015/2020 bis zum 7. Februar 2020. In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es dazu: „Hintergrund dieses Beschlusses ist, dass mit einem aktuellen Umtausch- und Zeichnungsvolumen von 17,3 Millionen Euro das angestrebte Gesamtvolumen der Anleiheemission (insgesamt 30 Millionen Euro) bislang nicht ausgeschöpft wurde und damit die mit der Platzierung verbundenen Finanzierungsziele nicht erreicht werden können.“

Vorstand und Aufsichtsrat wollen die Zeit nutzen, um zusammen mit den Gesellschaftern der SSE „weitere bzw. ergänzende Optionen“ zu prüfen und bis Ende Januar eine Entscheidung veröffentlichen.

Die Gesellschaft behalte sich weiterhin das Recht vor, Zeichnungen zu kürzen oder zurückzuweisen, sollten die neuen Anleihen mit einer Laufzeit bis 2023 und 2024 nicht in ausreichender Höhe gezeichnet werden. Zu der im kommenden Jahr im Mai fälligen Wandelanleihe mit einem Volumen von 50 Millionen Euro weist das Unternehmen auf einen Sicherheitenbestand für die Anleihe auf der Internetseite hin.

Zum Stichtag 27.11.2019 haben demnach die Vermögensgegenstände, die als Sicherheit für die Wandelanleihe vom Sicherheiten-Treuhänder verwaltet werden, einen Gesamtwert von 47,4 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten aus der Wandelanleihe werden mit 43,5 Millionen Euro angegeben.

Bei den Sicherheiten handele es sich vor allem um Grundpfandrechte auf Immobilien in Höhe von rund 37,6 Millionen Euro. Dazu kämen Barmittel des Treuhandkontos von rund 2,2 Millionen Euro sowie Sicherungsabtretungen zukünftiger Kaufpreiseinnahmen für Pflegeapartments und Tagespflegen.

Neben den Anleihen will SSE mit einem Börsengang (Aktien-IPO) neues Kapital mobilisieren. Dieser Börsengang war, wie mehrfach von unserer Zeitung berichtet, eigentlich noch für dieses Jahr geplant gewesen. Mit den neuen Anleihen will SSE vor allem die Rückzahlung der Wandelanleihe im nächsten Jahr sicherstellen.

In einer schriftlichen Anfrage wollten wir von Senivita wissen, wie der tagesaktuelle Zeichnungsstand der beiden Anleihen ist und ob die Rückzahlung der Wandelanleihe im nächsten Jahr in jedem Fall gesichert ist? Und wir fragten, ob der Börsengang der SSE dieses Jahr noch zu schaffen ist, ob Senivita mit dem Börsengang seine SSE-Anteile reduzieren wird und ob das Unternehmen auch 2019 Verluste schreiben wird. Die Anfrage blieb unbeantwortet.

Die Senivita Social Estate AG (SSE) gehört zu 49,99 Prozent der Senivita Sozial gGmbH (SVS). Zweiter Hauptaktionär ist der Baukonzern Züblin. Die SSE betreibt Planung, Bau und Vermarktung von Pflegeimmobilien. Aktuell sind Einrichtungen in Königsberg und Weidenberg im Bau, die im April fertig sein sollen.

Die SVS verfolgt gemeinnützige Zwecke und betreibt zwei Einrichtungen der Behindertenhilfe (Prader-Willy-Syndrom), eine Einrichtung der Kinderkrankenpflege, zwei Tagespflegeeinrichtungen und zwei stationäre Pflegeeinrichtungen. Die noch zum Unternehmen zählenden Dr.-Wiesent-Schulen bilden Fachkräfte für Alten- und Heilerziehungspflege aus und unterhalten eine bilinguale Grundschule und eine Fachoberschule.