Zehntel soll Pflicht sein BG will feste Quote für Sozialwohnungen

Mehr als 42.000 Wohnungen gibt es in Bayreuth, aber nur rund 2700 davon sind Sozialwohnungen. Die Warteliste ist lang. Unser Bild zeigt die Ansicht des Y-Hauses. Foto: Archiv/Ronald Wittek

BAYREUTH. Die Stadtratsfraktion der Bayreuther Gemeinschaft (BG) fordert in einem Antrag, die Möglichkeit einer festen Quote für sozialen Wohnungsbau zu prüfen. Nach ihrem Willen sollen Baubewerber und Investoren, die in Bayreuth Gebäude oder Quartiere mit mehr als zehn Wohnungen errichten wollen, ein Zehntel der Wohneinheiten dem sozialen Wohnungsmarkt und dessen Mietpreisgefüge zur Verfügung stellen müssen.

Die BG fordert die Stadtverwaltung auf, zu prüfen, ob eine solche Quote rechtlich möglich ist. Falls ja, solle die Bindung an diese Auflage 25 Jahre lang gelten. „Sobald das Ergebnis darüber vorliegt, bitten wir im Stadtrat zu berichten, damit das Gremium entscheiden kann, ob wir in Bayreuth eine solche Auflage einführen wollen“, sagt BG-Fraktionsvorsitzender Stephan Müller.

Hintergrund des Antrags ist die verstärkte Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum. Die Attraktivität der Stadt Bayreuth sei in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Die steigende Zahl an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, Zuzug und steigende Geburtenzahlungen ließen die Einwohnerzahl wachsen.

Zwar sei auch die Zahl der vorhandenen Wohnungen angestiegen. „Dennoch kann diese Entwicklung für sozial benachteiligte Menschen zu erheblichen Erschwernissen bei der Wohnungssuche führen“, sagt Müller.

DGB: Bezahlbarer Wohnraum Mangelware

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt immer wieder davor, dass bezahlbarer Wohnraum nicht nur in großen, sondern auch in kleineren Städten und auf dem Land zu Mangelware wird und fordert deshalb mehr sozialen Wohnungsbau. Anfang April hatte der DGB auch in der Bayreuther Fußgängerzone mit Flugblättern auf die Thematik hingewiesen.

Laut dem DGB, der sich auf Daten des Dienstleisters Empirica beruft, seien die Kaltmieten in Bayreuth von 2014 bis Ende 2018 um 18 Prozent gestiegen – von 7,50 Euro pro Quadratmeter auf 8,86 Euro. Die durchschnittlichen Bruttolöhne stiegen in dem gleichen Zeitraum zum Vergleich aber nur um zwölf Prozent.

Andere Zahlen nennt der unabhängige Bayreuther Gutachterausschuss. Er veröffentlicht eine Mietenübersicht für Bayreuth, wo es keinen qualifizierten Mietspiegel gibt. Bei zentrumsnahen kleinen Wohnungen gebe es einen Anstieg der Kaltmieten seit 2014 um knapp 19 Prozent. Bei größeren Wohnungen falle dieser aber wesentlich niedriger aus.

Die Stadt Bayreuth hat dem Kurier Anfang des Monats folgende Zahlen mitgeteilt: Die Zahl der Wohnungen im Stadtgebiet sei zuletzt auf gut 42 700 gestiegen. Die Menge der Sozialwohnungen sei jedoch seit 2014 um 120 auf 2707 gesunken. 152 Haushalte, die für eine Sozialwohnung berechtigt wären, stünden auf einer Warteliste, hieß es aus dem Rathaus.

 

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