Zehn Wehren im Einsatz Großübung für Waldbrandbekämpfung

Ein Schnappschuss von der Waldbrandübung bei Fichtelberg. Andreas Harbach

FICHTELBERG. Wenn 138 Feuerwehrleute aus zehn Wehren und ein Dutzend Fahrzeuge im Einsatz sind, muss etwas Besonderes auf dem Übungsplan stehen. Das war am Samstag um 15 Uhr nahe Fichtelberg der Fall, als folgender Erstalarm ausgelöst wurde: „Rauchentwicklung im Freien“.

Anfangs hatte der zuständige Kreisbrandmeister Johannes Geisler nur die beiden örtlichen Wehren Fichtelberg und Neubau alarmieren lassen, dann gab es laut Übungsplan aber „eine größere Sache“ und weitere acht Wehren aus dem Fichtelgebirge wurden in Bewegung gesetzt. Angenommen wurde ein Waldbrand oberhalb des Parkplatzes im Waldgebiet Feuerherd. „Wegen der Trockenheit hat die Waldbrandgefahr zugenommen“, erläutert Geisler den Sinn der Großübung.

600-Meter-Leitung vom Fichtelsee

Das Hauptproblem: Weit und breit gibt es in diesem Waldgebiet kein Löschwasser. Deshalb mussten die Wehren eine 600 lange Schlauchleitung zum Fichtelsee legen sowie in Tanklöschfahrzeugen Wasser heranschaffen. Normalerweise würden Landwirte mit eingebunden, die in ihren Güllefässern Löschwasser liefern, erläutert Carolin Rausch, die Pressesprecherin der Kreisbrandinspektion. Doch dieses Mal war das nicht der Fall. Kreisbrandmeister Jürgen Wunderlich, der die Feuerwehrführung vertrat, schildert die schwierige Bekämpfung eines Waldbrandes: Man brauche Ortskenntnis, „denn nach der dritten Kreuzung schaut im Wald alles gleich aus“. Die Unimog-Feuerwehrfahrzeuge, von denen einige im Einsatz sind, seien geländegängig, und könnten auch Waldwege befahren. Dies haben die Fahrer bei der Übung gezeigt.

Förster: Ein Funken genügt

Auch die bayerischen Staatsforsten in Fichtelberg, denen das 25 Hektar große Waldgebiet Feuerherd gehört, beobachten die Übung mit Interesse. Förster Werner Schmidt betont: „Die Waldbrandgefahr hat sich in den vergangenen Jahren immens erhöht“, die Niederschläge im Frühjahr und im Sommer fehlen. Durch das viele Totholz und das Reisig, das der Forst aus Naturschutzgründen und wegen der Nährstoffe liegen lässt, könne schon ein Funken ein Feuer auslösen. Er hat selbst schon Spaziergänger ertappt, die verbotenerweise mit einer glimmenden Zigarette im Wald herumliefen. „Das haben wir nicht gewusst“, lautete deren Ausrede.

Der Wasserdruck passt

Da kann Schmidt nur mit dem Kopf schütteln. Nach 25 Minuten steht die Leitung zum Fichtelsee, auch der Wassertransport mit den Tankfahrzeugen klappt. Marco Ehlich von der Feuerwehr Unterlind spritzt mit dem Strahlrohr und hohem Druck Wasser in den Wald. „Man ist für den Ernstfall vorbereitet“, zeigt er sich mit der Übung zufrieden. „Die Zusammenarbeit der einzelnen Feuerwehren ist wichtig“, sagt Sandra Roderer von der Feuerwehr Neubau. Man sollte ohne Hektik arbeiten, und das tun alle Einsatzkräfte auch vorbildlich. Für die junge Feuerwehrfrau ist das die erste große Waldbrandübung.

"Alles gut gelaufen"

Einer der wichtigsten Männer heute ist Maschinist Bernhard Zapf aus Neubau. Er steht an der Pumpe und liefert Wasser für seine Kameraden, die 50 Meter entfernt im Wald stehen. In dem Behälter neben der Pumpe befinden sich 3000 Liter Löschwasser, das Zapf mit einem Druck von sechs bar nach vorne fördert. „In drei Minuten ist der Behälter leer“, sagt Zapf stolz, doch immer wieder wird Wasser nachgefüllt. Nach zwei Stunden ist die Übung zu Ende. „Alles ist gut gelaufen“, sagt Kreisbrandmeister Geisler zufrieden. Die Feuerwehrleute packen ihre Sachen zusammen und fahren zur Einsatzbesprechung nach Fichtelberg.

 

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