Zapf: 60 weitere Stellen in Gefahr

Von Andrea Pauly

Die Geschäftsführung der Zapf GmbH spricht von "zunächst rund 30 Kündigungen". Weitere 60 Arbeitsplätze stehen in Weidenberg auf dem Spiel. Dort ist die Entscheidung über den Verkauf der Produktion noch nicht gefallen.

Die Firma Zapf streicht 30 Stellen in der Verwaltung und Planung der Sparte "Bau". Weitere Stellen sind in Gefahr. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Der Betriebsratsvorsitzende Siegfried Obwandner sprach gegenüber dem Kurier von 21 statt 30 Kündigungen, die aktuell ausgesprochen wurden. Die weiteren neun Stellen liefen vermutlich über andere Lösungen wie Altersteilzeit oder Vorruhestand aus. Die Geschäftsführung habe den Mitarbeitern die Entscheidung in einer Info-Veranstaltung mitgeteilt. Dass bereits seit Monaten von Kündigungen die Rede und die Ankündigung keine große Überraschung mehr war, sei für die Betroffenen dabei "ein schwacher Trost".

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Viele langjährige Mitarbeiter

Mitarbeiter aus der Verwaltung und der Planungsabteilung verlieren ihre Arbeitsplätze. Viele der 21 Männer und Frauen sind laut Obwandner schon seit Langem bei Zapf. Bis zu sieben Monate laufen die Kündigungsfristen. Der Betriebsrat habe sich in den vergangenen Wochen auf die Möglichkeit  vorbereitet, dass Mitarbeiter gehen müssen, berichtete Obwandner. "Deshalb haben wir Regularien geschaffen wie Interessensausgleich und Sozialplan. In der vergangenen Woche kam das dann auch zum Tragen."

Weniger Entlassungen als angekündigt

Paul Schmid von der Gewerkschaft IG Bauen hat seit Juni bei Zapf mitverhandelt und viele Gespräche mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat geführt. „Das war nicht einfach. Es wurde hart gerungen.“ Für den Gewerkschaftssekretär ist es aber ein Erfolg, dass statt der im Juni angekündigten 160 Stellen lediglich 30 gestrichen werden - wenn auch nur vorerst. Positiv sei auch, dass es für die Gewerkschaftsmitglieder einen Sozialtarifvertrag gebe, der ihnen bessere Bedingungen verschaffe, beispielsweise bei den Abfindungen.

Angespannte Stimmung

Die Stimmung im Betrieb sei angespannt, sagt der Betriebsratsvorsitzende Obwandner, "auch weil wir im anderen Segment noch nicht wissen, wie es sich entwickeln wird." Wie viele weitere Stellen betroffen sind, hängt davon ab, ob sich ein Unternehmen findet, das die Produktion von Fertighäusern und von Fertigteilen in Weidenberg übernimmt. Sollte die Übernahme nicht gelingen, könnten nach Angaben der Geschäftsführung 60 weitere Arbeitsplätze in Gefahr sein. Obwandner zeigt sich vorsichtig optimistisch: "Da gibt es einen ernsthaften Interessenten. Die Gespräche laufen seit Wochen."

Wittauer macht sich noch keine Sorgen

Dass über den Verkauf der Weidenberger Produktion noch immer nicht entschieden ist, wollte der Bürgermeister der Marktgemeinde, Hans Wittauer, nicht kommentieren. "Es wäre zu begrüßen, wenn es hier weitergeht", sagte er. Die Kündigungen in Bayreuth führten jedoch nicht dazu, dass er sich jetzt große Sorgen um den Standort in Weidenberg mache.

Betriebsrat kannte Zeitpunkt nicht

Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Zapf, Alfred Popp zeigte sich am Dienstag auf  Kurier-Anfrage hin überrascht von der Bekanntgabe durch die Geschäftsführung: Es sei zwar mit dem Betriebsrat abgestimmt gewesen, dass es nach der Informationsveranstaltung für die Mitarbeiter eine Stellungnahme geben würde. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung sei ihm aber nicht bekannt gewesen.

Auch Obwandner habe nicht gewusst, wann sich die Geschäftsführung offiziell äußern würde. Über die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung sagt er: "Die Informationen, die wir benötigten, haben wir bekommen. Wenn nicht, muss ich nachfragen. Den Weg kennen wir aus der Vergangenheit." Auf die unternehmerischen Entscheidungen könne der Betriebsrat keinen Einfluss nehmen. "Wir haben versucht, das Bestmögliche zu tun."

Führende Mitarbeiter sind gegangen

Nach Informationen des Kurier haben einige Mitarbeiter in den vergangenen Monaten das Unternehmen freiwillig verlassen und sich Stellen in anderen Unternehmen gesucht. Auch die Personalleitung und die Ausbildungsleiterin haben Zapf verlassen. Dass dies im Zusammenhang mit der aktuellen Situation stehe, bestreitet Siegfried Obwandner: "Das ist unabhängig von der Situation."