Wutausbruch: Hörl kritisiert Stadt erneut

Ottmar Hörl mit seinen Wagner-Figuren im Jubiläumsjahr 2013. Der Künstler möchte jetzt auch Markgräfin Wilhelmines Schoßhund Folichon als Plastikfigur in Bayreuth aufstellen - zur Landesgartenschau. Weil es daraufhin von mindestens einem Stadtrat etwas blöde Kommentare gab, schlug Hörl am Donnerstag im Radio gegen das Kulturreferat und den Stadtrat aus. Archivfoto: Ronald Wittek Foto: red

Künstler Ottmar Hörl will nach dem Mini-Wagner aus dem Jubiläumsjahr 2013 Bayreuth wieder mit einer typischen Plastik in hundertfacher Ausstattung beglücken. Schoßhund Folichon von Markgräfin Wilhelmine soll zur Landesgartenschau zwischen Innenstadt und der Wilhelminen-Aue stehen. Manch einer im Rathaus findet das nicht so gut. Und äußerte sich entsprechend. Jetzt äußerte sich Hörl dazu - und zog ganz schön vom Leder.

Wie berichtet stammt die Idee von Bernd Saupe und seinen Mitstreiter von der Markgräfin-Wilhelmine-Gesellschaft. „Wir haben bei Ottmar Hörl angefragt, und der hatte auch gleich Lust“, sagte Saupe vergangene Woche dem Kurier.

Deutliche Worte im Radio

Und Hörl ist nach eigener Auskunft bereits dabei, das Modell für das Hündchen zu modellieren. Bayreuth scheint bereit für Weilhelmines Hund: Der Bauausschuss des Stadtrats hat am Dienstag mehrheitlich in einer ersten Diskussion für das neue Hörl-Projekt im Stadtbild gestimmt. So weit, so gut.

Doch es gibt Misstöne. Stadtrat Stefan Schlags (Grüne) hat im Stadtrat gesagt, er halte Hörls Kunst für "abgeschmackt".

Von "irgendwelchen Leuten, die für diese Gesellschaft noch nie etwas getan haben", müsse er sich nicht sagen lassen, dass seine Kunst abgeschmackt sein, schimpfte Hörl daraufhin am Donnerstag auf Radio Mainwelle. Und sein Wutausbruch war damit noch nicht beendet: Wer der Meinung sei, dass er "ein kleiner, harmloser Idiot" sei, der habe sich "in den Finger geschnitten" polterte er fast drohend. Und konkret an die Adresse von Schlags: "Wer sich mit mir anlegt, bekommt ein Problem."

"Was hat der Kulturreferent gegen mich?"

Dass er und seine Hündchen nicht von allen in Bayreuth mit offenen Armen empfangen werden, kann Hörl nicht nachvollziehen. Die Landesgartenschau solle sich für Bayreuth doch rentieren. "Da sagt man doch zu allen, was die Ausstellung beflügeln könnte und nichts kostet: her damit - oder?", fragt Hörl.

Und an Kulturreferent Fabian Kern gewandt: „Hab ich dem die Frau ausgespannt oder hatte ich mal 'ne Wirtshaus-Schlägerei mit dem oder was hat der gegen mich?“

Es ist nicht das erste Mal, dass Hörl sich mit der Stadt Bayreuth anlegt. 2013, in dem Jahr, da er den Grünen Hügel mit seinen Mini-Wagnern bevölkert hatte, wollte er schließlich noch zehn Wagner-Figuren aus Aluminium der Stadt schenken. Aber die lehnte ab.

„Aus grundsätzlichen Erwägungen und unter dem Aspekt der Gleichbehandlung“, hieß es damals in einem Antwortbrief der Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (BG), müsse man ablehnen, auch wenn der Künstler die Kosten von 25.000 Euro selbst tragen wolle. 

Kulurverwaltung "verstockt"

"Was kann denn die Stadt dafür, dass die Leute in der Kulturverwaltung hier so verstockt sind?“, fragte Hörl damals. „Wenn ich wenigstens einen Skandal ausgelöst hätte – dann wüsste ich jetzt, dass ich mir das selbst eingebrockt habe. Habe ich aber nicht, im Gegenteil: Ich habe Bayreuth ein richtig gutes Stadtmarketing geschenkt."

Ottmar Hörl reagiert heute noch mit Achselzucken: „Da muss ich ehrlich sagen, ich versteh die Welt nicht mehr.“

Figuren statt echter Hunde

Unfreiwillige, zusätzliche Komik in der Sache: Mit echten Hunden dürfen die Landesgartenschau-Besucher nicht auf das Gelände. Aber die Plastikversion eines ehemals sehr beliebten Zwergspaniels aus einem vergangenen Jahrhundert wird es dort hundertfach geben. Und kommende Woche entscheidet der Stadtrat dann, ob Wilhelmines Schoßhund zusätzlich auch die Innenstadt bevölkern soll.

 

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