Wunsiedel Das Beste aus der Nacht der Kirchen

Gerd Pöhlmann
Susanne Böhringer freut sich auf die elfte Nacht der Kirchen. Ein vielfältiges Programm mit Schwerpunkt auf Osteuropa lockt mit Musik, Vortrag und Meditation in die Wunsiedler Gotteshäuser. Foto: Gerd Pöhlmann

Der Blick nach Ost und West, wilde Klänge und Märchen: Am 24. September bieten die vier Wunsiedler Gotteshäuser ein vielfältiges Programm.

Die Wunsiedler Kirchen singen und swingen – endlich wieder nach einer zweijährigen Pause. Am Samstag, 24. September, findet die „Nacht der Kirchen“ statt – den Horizont erweiternd und die Fantasie beflügelnd. An diesem Abend lassen sich die vier vertrauten Gotteshäuser neu und anders erleben. Und einmal mehr kann sich sehen lassen, was sich hinter den Kirchenportalen auftut.

Wandern erwünscht

„Das Konzept lautet wie immer ,Überfluss’. Denn Gott schenkt im Überfluss“, sagt Organisatorin Pfarrerin Susanne Böhringer. Die Besucher werden das spätestens beim Blick ins – erneut von Marc Eichner liebevoll gestaltete – Programmheft bemerken. „Niemand wird alle Veranstaltungen besuchen können“, sagt die evangelische Pfarrerin. „Wir haben vom Schönen zu viel.“ Natürlich ist der Samstagabend wieder dazu gedacht, von einer Wunsiedler Kirche zur nächsten zu wandern, jedes Gotteshaus bewusst wahrzunehmen. „Es ist ein bisschen ein best-of-Programm. Viele bekannte, aber auch einige neue Künstler sind dabei“.

Aus nahe liegendem Grund hat Susanne Böhringer den Schwerpunkt der „Nacht der Kirchen“ auf Osteuropa gelegt. Die ukrainische Sängerin Anna Vinichuk wird in Sankt Veit von einer fernen Heimat erzählen. Dabei begleitet sie Aya Masaoka, eine Pianistin aus Japan. Ebenso wird ein polnisch-tschechisches Duo zu hören sein und aus der Partnerstadt Ostrov kommt Orbis Pictus. „Ein großartiger Chor mit einem breiten Spektrum“, sagt Susanne Böhringer. Märchen aus dem „wilden Osten“ erzählt und spielt Jan Deicke.

Sigmund Wann im Blick

Einen Gegenpol setzen Sebastian Greim und Adina Schöffel. Während die Wunsiedler Sängerin Rockiges und Jazziges bringen wird, lässt der Tröstauer Organist mitreißende Orgelstücke aus Amerika erklingen. „Auch der Jugendchor hat viele englischsprachige Stücke im Repertoire“, sagt Susanne Böhringer. „Es geht nach Osten und nach Westen und wir treffen uns in der Mitte.“

Auch bei dieser, der mittlerweile elften, Nacht der Kirchen wird Altlandrat Dr. Peter Seißer in die Geschichte der Stadt Wunsiedel eintauchen: Dieses Mal rückt er Sigmund Wann in den Fokus. Passend dazu packt der Marktredwitzer Pfarrer und Liedermacher Christoph Schmidt Lieder über die Heimat aus.

Alle Glocken läuten

Als sie 2010 in Wunsiedel die erste ökumenische „Nacht der Kirchen“ ins Leben rief, hatte Susanne Böhringer vor allem einen Gedanken: „Die Kirchen in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Einfach etwas Schönes zu machen!“ Das sollte ihr auch mit der elften Auflage der Veranstaltung gelingen. Das Programm steht, jetzt müssen nur noch die Besucher dem Ruf der Kirchen folgen.

Am Samstag, Punkt 18 Uhr, läuten alle Wunsiedler Glocken die „Nacht der Kirchen“ im Wortsinne ein. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, Spenden werden erbeten.

Das Programm

Friedhofskirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“
18 Uhr: Eröffnungsandacht 18.10 Uhr: Ein Körnchen Wahrheit, Jan Deicke erzählt Märchen aus dem „wilden Osten“. 19 Uhr: Ein weiteres Märchen mit Jan Deicke 20 Uhr: Pop und Soul-Cover, Adina Schöffel spielt Jazziges, Rockiges und Eigenes 21 Uhr: Play-Fair-Company, die Band aus bekannten Musikern bringt Eigenkompositionen aus Jazz und Pop

Stadtkirche Sankt Veit
18 Uhr: Eröffnungsandacht 18.10 Uhr: Raise your voice, der evangelische Jugendchor singt Gospels und geistliche Lieder aus dem englischsprachigen Raum 19 Uhr: Ferne Heimat, begleitet von Aya Masaoka singt Anna Vinichuk Musicals, Popsongs und internationale Chansons 20 Uhr: Going Home, das polnisch-tschechische Duo Ewa Pankowska und Tomáš Hostýnek mit Liedern über Heimweh und Zurückkehren 21 Uhr: We are marching on, fulminante Orgelstücke aus Amerika mit Sebastian Greim

Katholische Kirche „Zu den zwölf Aposteln“
18 Uhr: Vorabendmesse 19 Uhr: Orbis Pictus, der Chor aus Ostrov bringt zeitgenössische und alte Musik 20 Uhr: Orbis Pictus, zweiter Teil 21 Uhr: Aufgemerkt, das Ensemble von regionalkantor Stephan Merkes präsentiert Lieder von Kathi Stimmer-Salzeder

Spitalkirche Sankt Marien
18 Uhr: Eröffnungsandacht 18.10 Uhr: Sigmund Wann, Wanderer zwischen Ost und West, Vortrag von Peter Seißer 19 Uhr: Die Tür zum Paradies, Lieder aus dem Leben von Pfarrer Christoph Schmidt 20 Uhr: Die Türzum Paradies, zweiter Teil 21 Uhr: Gebet und Segen, Orgel und Gesang mit Ulrike Schelter-Baudach und Kirsten Obelgönner

 

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