Andere Länder könnten als Vorbild dienen, meint Reimann. Schweden komme verglichen mit Deutschland mit weniger Baunormen aus und baue entsprechend billiger. "Und in Belgien und Frankreich sind Stärken von 15 bis 19 Zentimeter für Betondecken üblich, während wir in Deutschland 30 bis 40 Zentimeter verbauen." Bei einer dünneren Decke höre man spielende Kinder bei den Nachbarn vielleicht mehr. "Aber das sollte verkraftbar sein," sagt Reimann, der selbst Bauunternehmer ist. "Wir müssen wegkommen vom Goldstandard."
"Bauherren brauchen Rechtssicherheit"
Zudem müsse die Bundesregierung dringend den Gebäudetyp E umsetzen, der Bauen durch Verzicht auf teure, nicht sicherheitsrelevante Standards einfacher und billiger machen soll. Der Vorstoß geht auf die frühere Ampel-Regierung zurück. "Bauherren brauchen Rechtssicherheit", fordert Reimann. "Der Gebäudetyp E wäre ein erster Schritt und wichtiges Signal an die Baubranche."
Bauministerin Hubertz kündigte Schritte an: "Wir wollen den Gesetzesentwurf zum Sommer vorlegen", sagte sie im ARD-"Morgenmagazin". Der Gebäudetyp E müsse aber in der Praxis funktionieren. Daher habe man einen Praxisprozess vorgeschaltet mit Gesprächen mit Bauunternehmern, Architekten und Herstellern von Sicherheitsanlagen. Es sei wichtig, dass nach dem Bau-Turbo für schnellere Genehmigungen "jetzt auch noch mal ein großes Update unseres Baugesetzbuches kommt".