Vorteile: Die drei Wehren sind schon im Löschzug Süd organisiert, die Retter kennen sich von gemeinsamen Übungen. Zusammen sind sie 70 Aktive, die auch tagsüber die nötige Einsatzstärke haben. "Thiergarten und Oberkonnersreuth sind begeistert über die neuen Räume", sagt Stadtbrandrat Ralph Herrmann.
Prognose: Jede Feuerwehr behält separate Dienstpläne, ihren Abteilungsführer oder Kommandanten. Bei den Dienstplänen werden die Wehren aber nach und nach zusammenwachsen, sagt Herrmann. "Aus feuerwehrtechnischer Sicht ist das gemeinsame Haus die Zukunft", sagt Kommandant Stefan Bauernfeind.
Bedenken: Die Feuerwehr ist der letzte Verein, den es in Wolfsbach gibt. "Die Feuerwehr hält das Dorfleben aufrecht, denken viele", sagt Ortssprecher und Feuerwehrmann Matthias Unger. Auch wenn das Haus nur für die Feuerwehr und als Wahllokal genutzt werde: "Das macht es für viele schwer, loszulassen und auch ich habe Bauchschmerzen", sagt Unger. Als er noch im Vorstand war, hat er sich trotzdem für den Neubau ausgesprochen.
"Ich bin aus Überzeugung bei der Feuerwehr, weil ich Menschen retten will", sagt Wolfsbachs Kommandant Stefan Bauerndfeind. "Aber zur Feuerwehr gehört auch die Feierwehr, das Vereinsleben." Die Kameradschaft, auch mal spontanes Grillen am Feuerwehrhaus. "Ich weiß nicht, ob wir das Haus dafür weiter nutzen dürfen."
Und er sorgt sich, dass Freiwillige abspringen, weil sie die weitere Anfahrt zum neuen Haus scheuen. "Ich reagiere deshalb allergisch, wenn wir mit Bayreuth-Ost verglichen werden." Die Fläche, auf die sich die drei Partner verteilen, ist im Süden viel größer.
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3. Lieber allein, aber neues Haus: St. Georgen
Die Idee, dass sich St. Georgen mit Laineck zusammenschließen will, ist längst vom Tisch, sagen Striedl wie Herrmann. Laineck bekommt dieses Jahr einen Erweiterungsbau für das neue Dekontaminierungsfahrzeug für den Katastrophenschutz. St. Georgen ist das einzige Feuerwehrhaus in Bayreuth, für das laut Striedl aktuell ein Neubau im Gespräch ist.
Warum Neubau? Das alte Brauereigebäude wird seit Jahren notdürftig gestützt, weil es marode ist. Nicht nur wegen seiner Holzverkleidung entspricht es nicht den Brandschutzbestimmungen. Das Hochbauamt hat sich das Gebäude angeschaut, sagt Stadtbaureferent Striedl. "Eine Sanierung macht keinen Sinn, und es muss dringend etwas passieren." Derzeit gibt es Gespräche über ein mögliches Baugrundstück im Umkreis des Feuerwehrhauses, bestätigt Striedl.
Fuhrpark: Ein Mehrzweckfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug.
Vorteile: "Das ist eine wichtige, motivierte Abteilung, die wir so erhalten wollen", sagt Herrmann. Durchschnittsalter 36 Jahre, was jung ist, 25 Einsätze im Jahr, was viel ist. Ausrückstärke optimal, weil die Feuerwehrler alle in der Nähe arbeiten.
Prognose: Im Brandschutzbedarfsplan wird das Feuerwehrhaus St. Georgen dieses Jahr auf einem vorderen Platz stehen, sagt Stadtbrandrat Ralph Herrmann.
Bedenken: "Wir haben zwei starke, funktionierende Einheiten in St. Georgen", sagt Abteilungsführer Michael Philbert. Das Einsatzgebiet sei relativ groß. Wenn sich dann die Anfahrtswege noch verlängern, könnten Freiwillige abspringen. "Und in Laineck ist kein Platz für uns."
Hintergrund: Bayreuther Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr Stadt Bayreuth setzt sich aus zwölf Abteilungen und zwei eigenständigen Feuerwehren zusammen. Besonderheit ist, dass es in Bayreuth eine ständig besetzte Feuerwache mit hauptamtlichen Kräften nahe der Spinnerei gibt, die neben ihren täglichen Aufgaben in den Werkstätten der Feuerwache schnell auf Ersteinsätze reagieren können. Die restlichen elf Abteilungen und die beiden Wehren stellen ehrenamtliche Kameraden.
Zusätzlich zu der zentral gelegenen Feuerwache sind im Stadtgebiet elf Gerätehausstandorte verteilt. Setzen die Wehren die Zusammenlegungen wie geplant um, sind es zukünftig noch neun Gerätehäuser.