„Wir sind alle gleich“ Ein Festival für alle in Waischenfeld

Der Verein „Wir sind alle gleich“ veranstaltete am Samstag in Waischenfeld ein Festival. Hintergrund ist das Projekt, Wohn- und Arbeitsplätze für behinderte Menschen zu schaffen.

Es war ein voller Erfolg. Schon vor dem offiziellen Start tummelten sich an die 600 Besucher beim Festival des Vereins „Wir sind alle gleich“ auf dem Bischof-Nausea-Platz und dem Schulhof. Vereinsvorsitzender Claus Hempfling und Wastel Kauz sind begeistert, sie hatten darauf gehofft, dass es gut wird, aber nicht mit so vielen Gästen gerechnet, sagen sie.

Intensive Vorbereitungen

Hintergrund der Veranstaltung ist das Bauprojekt des Vereins, Wohn- und Arbeitsplätze für behinderte Menschen mitten in Waischenfeld zu schaffen. Das Festival sollte schon dreimal stattfinden, entfiel aber Corona-bedingt. „Seit Anfang des Jahres laufen die Vorbereitungen sehr intensiv“, so Hempfling. Zum Glück haben die Bands, die schon die vergangenen Male kommen wollten, auch diesmal wieder zugesagt. Und auch viele ortsansässige Vereine wie unter anderem die Feuerwehr und der Burschenverein, aber auch der Kindergarten, unterstützen das Festival. „Waischenfeld ist das was ganz besonderes“, sagt er anerkennend. Was Wastel Kauz beeindruckt, ist, dass auch viele Auswärtige unter den Besuchern sind und auch viele mit Handicap. „Schauen und feiern – das ist das Motto“, sagt er.

Unterstützung sozialer Projekte

Und so ist zum Beispiel eine Abordnung des Motorradclubs Indie Bikerz aus Glashütten gekommen. „Wir unterstützen soziale Projekte, Kindergärten und Schulen“, sagt Tobias Kunschke. Da war es für sie selbstverständlich, eine Tour zu dem Festival zu machen. Einer ihrer Bikerkollegen im Verein hat einen kleinen Neffen, der auch gehandicapt ist.

Ehrenamtliches Engagement

Lob für das Engagement des Vereins sowie Claus Hempfling und Wastel Kauz spricht auch die Schirmherrin, Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer aus. „Ich weiß, was der Verein anpackt, das wird etwas“, sagt sie. Er habe ein Supertalent, viele anzusprechen und etwas zu erreichen. Das Projekt sei unbedingt zu unterstützen, ist auch Ansicht von Manfred Neumeister, Bezirksrat und Hollfelder Stadtrat. „Da muss sich auch der Bezirk engagieren und einsetzen, dass dieses Projekt umgesetzt wird“, sagt er. Es gelte, sich breit aufzustellen. Begeistert ist er auch von der Veranstaltung in Waischenfeld und dem ehrenamtlichen Engagement der vielen Helfer. „Hier gibt es keinen Unterschied, ob jemand behindert ist oder nicht.“

Besucher auch von auswärts

Das sieht auch Bürgermeister Thomas Thiem so. „Es geht ans Herz, wie viel ehrenamtliches Engagement heute hinter der Veranstaltung steht und wie sich jeder einbringt“, sagt er. Beeindruckend findet er auch die vielen Netzwerke, die dafür gesorgt haben, dass auch viele Besucher von auswärts gekommen sind. Als Bürgermeister sei er froh, das so etwas in seiner Gemeinde laufe. Und vor allem, dass es Leute gebe, die das federführend übernehmen. „Ich stehe da als Bürgermeister voll dahinter und unterstütze das“, so Thiem, „es ist toll, dass es bei vielen nicht nur um Alltagsthemen geht, sondern eben um ehrenamtliches Engagement.“

Parcours für Rollstuhlfahrer

Gut besucht waren während des ganzen Nachmittags alle Stände des Rahmenprogramms. So hatte das Rehateam einen Parcours aufgebaut, auf dem sich jeder im Rollstuhlfahren mal probieren konnte. „Das ist ganz schön schwer“, stellt die achtjährige Marie aus der Nähe von Hollfeld fest. Vor allem das gegenseitige Lenken auf kurviger Strecke sei eine Herausforderung, aber auch, wenn es mal bergauf geht. „Es ist gut, wenn man laufen kann“, hat sie festgestellt.

Hautnah miterleben

Kräftig angefeuert werden auch die Spieler des Teams Bananenflanke Bayreuth, die mit drei Mannschaften ein Turnier spielen. Als Sieger geht schließlich die gelbe Mannschaft daraus hervor.

Für Begeisterung sorgt am Abend auch der Auftritt verschiedener Bands wie Wastel Kauz und die Brunnskadda, Oporto, Die Bambägga, Dr. Umwuchts Tanzpalast und Berchbumm. Für Rollstuhlfahrer war eigens ein Podest aufgebaut, von dem aus die Gehandicapten alles hautnah miterleben konnten.

Kurier unterstützt

Auch der Nordbayerische Kurier unterstützt mit seiner Stiftung „Menschen in Not“ das Projekt des Vereins „Wir sind alle gleich“. So wurden schon Biergarnituren und ein Festpavillon angeschafft, aber auch eine finanzielle Unterstützung wird es geben.

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