Ein heftiges Unwetter suchte damals Bayreuth und Umgebung heim. Wie der „Nordbayerische Kurier“ berichtete, hinterließ das Unwetter die schlimmsten Spuren auf der Herzoghöhe. Dort wurde das rund 50 Meter lange Zinkblechdach der Volksschule in die Luft gerissen.

Mehrere Schulklassen mussten evakuiert werden. „Ich dachte, die Welt geht unter“, sagte wenig später die Putzfrau, die gerade in der Schule arbeitete, als das Dach mit Getöse abhob. Nachdem die Lehrer ihre Schüler in Sicherheit gebracht hatten, versuchten sie das Lehrmaterial vor dem einprasselnden Regen zu retten.

Der Stadtbauhof schickte umgehend zehn Arbeiter, die schon wenig später in der Schule mit den Aufräumarbeiten begannen.

Nur wenige hundert Meter weiter stürzte eine über hundert Jahre alte Trauerweide auf eine Wohnbaracke. Glücklicherweise waren die Bewohner zu diesem Zeitpunkt allesamt nicht zu Hause. Die Baracke und das Mobiliar wurden vollständig zerstört. Acht Personen verloren so ihr Zuhause.

Auch an der Ritter-von-Popp-Straße wurde das Dach der Bundeswehr-Kantine vom Sturm erfasst und aufgerollt. Die Wetterfahne an der Stadtkirche wurde vom Kirchturm geweht und krachte auf einen Dienstwagen der Stadt. In der Königsallee wurde Windstärke 11 gemessen. Die Feuerwehr war den ganzen Tag im Einsatz.

Der Sturm war das beherrschende Thema damals, weshalb der Kurier in derselben Ausgabe fast ausschließlich darüber berichtete. So auch von den Schäden, die das Unwetter in der Region anrichtete.

Auf der Bahnlinie von Bayreuth nach Weiden entgleiste etwa ein amerikanischer Militärzug, der Panzer geladen hatte. Acht Birken waren von den heftigen Windböen umgerissen und auf die Gleise geworfen worden.

Der Lokführer hatte nicht mehr rechtzeitig anhalten können. Glücklicherweise war der Zug so langsam, dass lediglich die Lokomotive entgleiste und die angehängten Tieflader in den Schienen blieben. So konnte die Lok relativ schnell geborgen und die Strecke wieder freigegeben werden.