Windkraftanlage Millimeter-Arbeit auf dem Pettendorfer Rangen

Nach längerer Unterbrechung gehen die Arbeiten am dritten Windrad weiter - mit der Montage der schweren Rotorblätter.

Entweder war die Sicht zu schlecht oder der Wind war zu stark. Am Freitag klarte es auf. Für die Montage der Rotorblätter der Windkraftanlage auf dem Pettendorfer Rangen endlich bessere Bedingungen. Schon am Donnerstag hatte der mächtige Baukran seinen Ausleger in die Höhe gehievt. Angebaut wurden nun die langen Rotorblätter. Sie wiegen jeweils 21 Tonnen, so Hummeltals Bürgermeister Patrick Meyer. Wie er sagte, ist der Fortgang der Arbeiten durch die unplanmäßig lange Unterbrechung nicht in Verzug geraten.

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Denn während der Baukran pausierte, gingen im Inneren der Anlage die Arbeiten normal voran. Dort wurden Kabel, Lichtwellenleiter und Schaltkästen installiert. Bei dem schönen Wetter am Freitag ließen sich die langwierige Montage der Rotorblätter gut beobachten. Um die langen Bauteile in die vorgesehene Anbaustelle zu bringen, kam eine drohnenartige Vorrichtung zum Einsatz. Sie ermöglichte es, das Rotorblatt mit einem Propeller in die gewünschte Position zu drücken. Früher verwendeten die Monteure dafür lange Seile.

Den Bau der dritten Windkraftanlage hat das Planungsbüro Dornauer in Neustadt an der Waldnaab vorbereitet. Hersteller der Anlage ist Enercon. Die Nabenhöhe soll 166 Meter betragen, die bisherigen Anlagen weisen 140 Meter auf. Die Gesamtkosten liegen bei rund 8,7 Millionen Euro, das Eigenkapital beträgt 20 Prozent der Gesamtkosten.

Unternehmen der Gemeinden Gesees, Hummeltal und Mistelbach

Das von den Gemeinden Gesees, Hummeltal und Mistelbach betriebene Kommunalunternehmen „Windpark Pettendorfer Rangen“ mit anfangs zwei Windkraftanlagen wird gerne als Erfolgsgeschichte bezeichnet. Die beiden Anlagen haben seit ihrer Inbetriebnahme im November 2014 zusammen 160 Millionen Kilowattstunden Strom produziert, wie Vorstand Matthias Hagen aus Hummeltal nicht ohne Stolz sagt. Die beiden Anlagen produzieren Strom für 3200 Haushalte. Im Genehmigungsverfahren 2013 waren gleich drei Windkraftanlagen geplant. Allerdings konnten nur zwei Anlagen genehmigt werden, weil damals ein Flugfunkfeuer noch nicht abgeschaltet war. In den Jahren 2015 und 2016 war die Frage eines dritten Windrades mit Blick auf die Freigabe der Deutschen Flugsicherung rechtlich umstritten.

Das Landratsamt Bayreuth musste wegen des zu geringen Abstandes zum Flugfunkfeuer am Bindlacher Berg die Baugenehmigung für die dritte Anlage ablehnen. Dagegen erhob das Kommunalunternehmen „Windpark Pettendorfer Rangen“ Klage beim Verwaltungsgericht Bayreuth. Dort bekam das Kommunalunternehmen zwar recht. Allerdings dauerte es, sehr zum Ärger des Kommunalunternehmens, Jahre bis zur endgültigen Freigabe.

Die dritte Anlage soll nun planmäßig im zweiten Quartal in Betrieb gehen, wie Bürgermeister Meyer sagte.