Diese Qualität hatte auch die ganz Großen früherer Zeiten begeistert. „Sie kann Rasentennis, das ist eine verlorene Kunst, es gibt bei Damen und Herren nicht mehr viele, die Rasentennis können, und Laura kann das“, schwärmte der dreimalige Wimbledon-Sieger Boris Becker im Podcast mit Andrea Petkovic. „Sie weiß, wie man sich auf Rasen bewegen muss, wie viel Slice und wie viel Aggressivität sie zeigen muss.“
Wut treibt Sabalenka an
Sabalenka stapfte vor dem zweiten Durchgang vom Platz, Siegemund versteckte ihren Kopf in der Pause unter einem Handtuch. Der bessere Start gelang diesmal zunächst der Favoritin, doch auch ein 0:2 brachte Siegemund zunächst nicht aus dem Konzept. „Ganz stark, Come on“, brüllte sie nach einem Fehler der Gegnerin über den Platz.
Wütend drosch Sabalenka den Ball nach einem Aufschlagverlust auf den Rasen. Es blieb ein Spiel auf hohem Niveau, in dem jedoch immer mehr die Belarussin die besseren Antworten hatte. Die spektakulären Ballwechsel entschied nun meist Sabalenka für sich, Siegemund machte kaum noch einfache Punkte. Ein Rückhandfehler besiegelte den Verlust des zweiten Satzes nach knapp zwei Stunden.
Siegemund nahm sich eine lange Pause, Sabalenka trainierte Aufschläge, um die Zeit zu überbrücken. Es ging hin und her, mit einem spitzen Schrei quittierte Sabalenka das Break zum 3:4 für Siegemund. Doch die Weltranglisten-104. ließ einen Spielball zum 5:3 ungenutzt, stattdessen drehte Sabalenka auf und jubelte am Ende befreit auf.