Wilhelminenaue Überall Abfälle, nur nicht im Mülleimer

Ein seltenes Bild: Eine junge Frau, ausgerüstet mit einer Mülltüte, sammelt bei der Seebühne die Hinterlassenschaften einer nächtlichen Party ein. Foto: red

BAYREUTH. Drei Mitarbeiter des Stadtgartenamtes waren in den Vormittagsstunden des Ostersonntags damit beschäftigt, in der Wilhelminenaue Müll aufzusammeln. Der Einsatz dauerte knapp vier Stunden. Das Müllaufkommen sei massiv gewesen, sagt Amtsleiter Robert Pfeifer.

Es handle sich um wenige bestimmte Stellen, an denen in lauen Nächten gefeiert würde. Unter anderem der Bereich zwischen Seebühne und Kiosk, die Grillplätze und das Oratorium. Dort seien die Hinterlassenschaften der Feiernden besonders groß.

Weil die Müllsammelaktionen aber die personellen Kapazitäten des Stadtgartenamtes übersteigt, habe die Stadt nun beschlossen, einen privaten Reinigungsdienst zu beauftragen. Dessen Mitarbeiter sollen nach Partynächten den „kreuz und quer auf dem riesigen Gelände“ herumliegenden Müll entfernen.

Noch mehr Müllbehälter

Außerdem sollen weitere Abfallbehälter aufgestellt werden, sagt Pfeifer. Sie seien bestellt, aber die Lieferung noch nicht erfolgt. Mit diesem größeren und damit dichteren Entsorgungsangebot hoffe man, die Feiernden dazu bewegen zu können, ihren Müll zu sammeln und zu entsorgen. Damit die Mülleimer nicht überquellen, sollen auch noch größere Müllcontainer auf der Wilhelminenaue verteilt werden.

Verständnis kann Pfeifer für das Verhalten vieler der Feiernden nicht mehr aufbringen. „Nach solchen Nächten findet man auf dem gesamten Gelände verteilt Pizzakartons und Plastikbecher, Einwegverpackungen und Flaschen und viele Scherben. Ein vernünftiger Mensch verhält sich doch nicht so“, bedauert Pfeifer. 

„90 Prozent der Menschen, die hier feiern, benehmen sich vernünftig. Sammeln ihren Müll ein und nehmen ihn auch mit“, sagt Coco Sturm, Betreiber des Kulturkiosks. Trotzdem gebe es aber Handlungsbedarf. Daran ändert auch Sturms Angebot nichts, kostenfrei Müllsäcke anzubieten.

Sachbeschädigungen

Er fordere die zumeist jungen Menschen eindringlich dazu auf, ihren Müll einzusammeln, doch er könne nicht alle überzeugen. Um so erfreulicher sei es, wie am Freitagmorgen geschehen, wenn Beteiligte am nächsten Morgen zurückkehren, um ihren Müll einzusammeln.

Viel mehr Sorgen bereiten Sturm jedoch jene wenigen Teilnehmer der zumeist spontanen Partys, die die Leuchten auf dem Damm oder Teile seiner Einrichtung beschädigen. Allerdings hätten sich in zwei vor drei Vorfällen die Täter bei ihm gemeldet und die Schäden beglichen. 

Darüber, dass dies nicht mehr passiert und dass die Feiernden nicht zu sehr über die Strenge schlagen, soll zukünftig ein privater Sicherheitsdienst wachen. Bei einem Treffen von Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Polizei sei dieser Schritt beschlossen worden, sagt Harald Stadter von der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt. Aber seine Kollegen schreiten auch schon mal ein, wenn sie Beschwerden von Anwohnern über eine allzu große Lautstärke erhalten.

Zwei Streifenwagenbesatzungen gegen 120 lautstark Feiernde

Letzter Einsatz von gleich zwei Streifenwagenbesatzungen war Freitagnacht. Rund 120 vorwiegend junge Menschen hätten im Umfeld der Seebühne lautstark gefeiert, als die Polizisten kurz vor 24 Uhr eingetroffen seien. Es hätte rund 45 Minuten gedauert, bis alle Teilnehmer der Aufforderung seiner Kollegen, die Wilhelminenaue zu verlassen, gefolgt seien.

Von einigen der Feiernden seien die Beamten verbal angegangen worden. „Wir reagieren auf Anrufe, können aber nicht regelmäßig Streife auf dem Gelände fahren“, sagt Stadter. Diese Aufgabe soll ab Mai der Sicherheitsdienst übernehmen. Nichts desto trotz werde man am 1. Mai aber ein wachsames Auge auf das Treiben auf der Wilhelminenaue werfen. 

 

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