Wiesentbrücke Rustikale Variante wird kommen

Die Wiesentbrücke aus dem Jahr 1908 wird erneuert. Der Stadtrat entschied jetzt über die Geländervariante. Foto: Ralf Münch

Die Wiesentbrücke von der Fischergasse zum Rathaus wird vom Landkreis aus erneuert. Die Standardvariante wird vom Freistaat gefördert, gestalterische Extras muss die Stadt zahlen.

Waischenfeld - „Jetzt geht es in die Details“, kündigte Bürgermeister Thomas Thiem (CSU) bei der Stadtratssitzung am Dienstagabend an. Der Landkreis erneuert die Wiesentbrücke von der Fischergasse zum Rathaus. In der Sitzung ging es um Gestaltungsvarianten des Brückengeländers, der Widerlagerwände sowie den Fahrbahnbelag bis zum Parkplatz am Rathaus.

Vom Freistaat gefördert

„Die Maßnahme wird vom bayerischen Freistaat gefördert“, erklärte Roland Kasel vom Landratsamt Bayreuth. Aber die Richtlinien ließen gestalterische Möglichkeiten offen, die aber nicht zuwendungsfähig seien. Ziel sei es, die Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen. „Alles ist machbar, aber es muss bezahlt werden“, sagte er. Heißt, alles, was über den Standard hinausgeht, bleibt finanziell an der Stadt hängen. Baubeginn soll heuer noch sein. „Ich gehe davon aus, dass wir 2022 auf der neuen Brücke auf Bierbänken sitzen und eines trinken“, so Kasel.

Verschiedene Varianten

Diplomingenieur Walter Hauner vom Pegnitzer Architekturbüro Baur Consult stellte dem Gremium verschiedene Varianten für das Brückengeländer vor. Die Standardausführung käme auf 21 000 Euro, Mehrkosten für die Stadt gäbe es keine. Er präsentierte weiter die Ausführungen Rustikal, Stahl- beziehungsweise Glasgestaltung sowie mit Steinpfosten. Die Mehrkosten für die Stadt würden sich zwischen 9000 und 35.000 Euro bewegen.

Zum Umfeld passen

„Wir müssen das Kosten-Nutzen-Verhältnis sehen“, sagte der Bürgermeister und sprach sich für die Variante „Rustikal“ aus, die 14.000 Euro Mehrkosten für die Stadt bedeuten. „Wir brauchen keine moderne Kunst, das Geländer muss zu denen der anderen Brücke passen“, so Thiem. Überhaupt müsse es in das gesamte Umfeld hineinpassen.

Für „Rustikal“ sprach sich auch die Mehrheit im Gremium aus. „Rustikal ist vernünftig“, sagte Uwe Dressel (CSU). Die Standardvariante werde dem Ort nicht gerecht und eine moderne Version aus Glas passe auch nicht ins Bild. Dieser Ansicht war auch Lothar Huß (FWSL). „Rustikal ist bei so einem zentralen Bauwerk gut“, fand er.

Licht im Handlauf?

Nach der gestalterischen Beleuchtung fragte Jan Wolf ((JW). „Ist ein leichtes Licht im Handlauf möglich?“ Manfred Huppmann brachte in indirektes Licht an den Pfosten ins Gespräch. Der Bürgermeister kündigte an zu überprüfen, welche Beleuchtungsform der Verkehrssicherheit noch entspreche. Schließlich einigte sich das Gremium beim Geländer für die Variante „Rustikal“, die im unteren Bereich aus Längsstreben und einem separaten Handlauf besteht. Farblich verständigte man sich auf anthrazit.

Verblendete Mauergestaltung

Bei den Widerlagern entschied sich der Stadtrat für eine Mauergestaltung mit Strukturelementschalung. Bei dieser Variante entsteht der Eindruck eines Natursteinmauerwerks. Für die rund 100 Quadratmeter große Fläche kämen etwa 6000 Euro auf die Stadt an Mehrkosten zu. „Diese Kosten sind überschaubar“, stellte Bürgermeister Thomas Thiem fest. Wesentlich teurer würde eine verblendete Mauergestaltung mit 50 000 Euro kommen.

Im Winter griffiger

Schnell fiel die Entscheidung in Sachen Oberflächengestaltung. Hier fiel die Wahl auf den mit keinen Mehrkosten verbundenen Schwarzasphalt. Walter Hauner hatte noch die Möglichkeit des Farbasphalts vorgeschlagen. Die Kosten für die Stadt hätten sich hier auf 4500 Euro belaufen. „Vorteile bei dieser Variante sind, dass Überfahrten leiser sind und der Belag im Winter griffiger ist“, erklärte er. Allerdings sei eine Reparatur teurer. wenn beispielsweise ein Teilbereich mal geöffnet werden müsse. „Da kann man dann keine Flickschusterei machen, sondern muss die gesamte Fläche neu asphaltieren.“ Eine weitere Möglichkeit der Oberflächengestaltung wäre die Pflasterung gewesen. „Das ist optisch schöner, aber im Winter glatter und die Überfahrten lauter.“ Die Mehrkosten hätten bei 12.000 Euro gelegen.

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