Wiedersehen des EHC mit Wolsch

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27 Punkte trennen den EHC Bayreuth und den EV Weiden – eine klare Angelegenheit ist das vierte Aufeinandertreffen der Nachbarn deshalb am Freitag (20 Uhr in Weiden) aber nicht. Denn die Erfolgsbilanz der Tigers gegen die Blue Devils ist in dieser Oberliga-Saison mau.

Zweieinhalb Jahre war Sebastian Wolsch (rechts) eine feste Größe im Bayreuther Team. Nun will er mit seinem neuen Team, dem EV Weiden, den Ex-Kollegen ein Bein stellen. Foto: Peter Kolb Foto: red

Zwar gewannen die Bayreuther das erste Saisonduell gegen Weiden mit 4:1, doch danach setzte es zwei 2:4-Niederlagen. Damit sind die Oberpfälzer neben Hauptrundenmeister EV Regensburg und den Tölzer Löwen das einzige Team, das die Tigers zweimal besiegen konnte.

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„Gegen gute Mannschaften spielt Weiden immer gut“, warnt EHC-Trainer Sergej Waßmiller. „Dieses Team hat genug Qualität, um jeden Gegner in dieser Liga zu schlagen.“

Tschechischer Ex-Nationalspieler

Und seit dem letzten Aufeinandertreffen haben die Weidener sogar noch an Qualität gewonnen. Seit Anfang Januar schnürt mit Tomas Divisek ein ehemaliger tschechischer Nationalspieler – er absolvierte auch fünf Partien (1 Tor) für die Philadelphia Flyers in der NHL – seine Schlittschuhe für die Blue Devils. Der 36-Jährige hat in seinen fünf Auftritten bereits seine Offensivqualitäten unter Beweis gestellt, schoss zwei Tore und gab fünf Vorlagen.

Mit Divisek leisten sich die Weidener den Luxus von drei Kontingentspielern, zwei dürfen pro Partie nur auf dem Spielberichtsbogen stehen. Der Slowake Lubomir Vaskovic (13 Treffer/16 Vorlagen) und der Kanadier Jacob Laliberte (9/9) kämpfen um den Platz neben Divisek.

Für Durchschlagskraft in der Weidener Offensive stehen auch Ales Jirik (8/31), Jakub Wiecki (12/22) und Toptorjäger Stefan Ortolf (14/7). Allerdings war Ortolf lange verletzt, eventuell kommt die Partie gegen Bayreuth noch etwas zu früh für ein Comeback.

Wolsch findet Offensivqualitäten wieder

Zudem blüht ein Ex-Bayreuther aktuell in Weiden wieder auf. Im Streit hatte Sebastian Wolsch die Tigers Mitte Dezember verlassen und sich den Blue Devils angeschlossen. Dort entwickelte er sich in der Abwehr um den starken Torhüter Fabian Hönkhaus, Daniel Willaschek (4/11) und den offensivstarken Florin Ketterer (8/20) zur festen Größe und fand auch seine Offensivqualitäten wieder. Kam Wolsch beim EHC in 15 Partien nur auf zwei Vorlagen, fällt seine Bilanz beim EV mit drei Treffern und sechs Vorlagen in zwölf Einsätzen wesentlich besser aus.

Er trägt auch dazu bei, dass es in Weiden nach zwei verkorksten Jahren, in denen der Abstieg nur knapp vermieden werden konnte, wieder bergauf geht. Ganz zufrieden ist man im Lager der aktuell achtplatzierten Oberpfälzer aber nicht.

Etwas weiter oben in der Tabelle hätte man sich schon gern gesehen. Dass am Ende der Hauptrunde wohl nicht die direkte Qualifikation für die Playoffs steht, liegt auch an der fehlenden Konstanz. Zwar setzen die Weidener mit Erfolgen gegen Topteams immer wieder Ausrufezeichen, doch dann folgen auch Ausrutscher gegen in der Tabelle schlechter platzierte Teams wie ERC Sonthofen oder EHC Klostersee.

Doch diese schwächeren Partien nimmt Bayreuths Trainer Waßmiller nicht als Maßstab: „Wir wissen, dass wir gegen Weiden nicht zu offensiv agieren dürfen und 60 Minuten volle Konzentration bringen müssen, um dort bestehen zu können.“ Positiv stimmt ihn, dass ihm sein kompletter Kader zur Verfügung steht. Auch Stefan Reiter (Gehirnerschütterung) ist ins Training zurückgekehrt. Ob Förderlizenzspieler der Kooperationspartner zum Einsatz kommen, entscheidet sich kurzfristig.

Gegen Schlusslicht klarer Favorit

EHC Bayreuth – EHV Schönheide (Sonntag, 18 Uhr): Tabellenzweiter gegen abgeschlagenes Schlusslicht – von der Papierform ein Selbstläufer. Aber nicht für Waßmiller: „Aus meiner Erfahrung weiß ich: Partien gegen Gegner, die klarer Außenseiter sind und nichts zu verlieren haben, sind mit die schwersten. Schönheide hat die Saison sicher noch nicht abgehakt und will uns noch einmal richtig ärgern.“

Statistisch spricht allerdings nicht viel für die Sachsen. Das Team aus dem Erzgebirge hat in 31 Partien nur zehn Punkte gesammelt, einen Gegentorschnitt von 4,6 und trifft selbst im Schnitt nur 2,1 Mal pro Partie.

Gerade der Sturm ist die EHV-Problemzone: Mit Miroslav Jenka (13/19) und Petr Gulda (8/12) haben nur zwei Spieler mehr als 19 Scorerpunkte auf dem Konto – beim EHC sind es neun – und diese beiden haben zusammen weniger Punkte gesammelt als der Bayreuther Topscorer Michael Bartosch (18/38) allein.

Die Abwehr ist – auch wenn sie sich zuletzt etwas stabilisieren konnte – mit 142 Gegentreffern die zweischlechteste der Liga. Rufen die Tigers ihre Leistung der vergangenen Wochen ab, dann kann der Sieger eigentlich nur EHC Bayreuth heißen.