Wieder sieglos Neudrossenfelder 0:0 in Herzogenaurach

Die Neudrossenfelder Verantwortlichen um Trainer Markus Taschner (rechts) und Co-Trainer Sebastian Brand warten nun schon seit drei Spieltagen auf einen Sieg. Foto: Peter Kolb

FUßBALL. Zum dritten Mal in Folge ohne Sieg blieb der TSV Neudrossenfeld in der Landesliga Nordost: Nach dem 0:0 beim FC Herzogenaurach finden sich die Grün-Weißen auf dem zehnten Tabellenplatz wieder, ein winziger Zähler trennt das Team vom ersten Relegationsplatz.

Als der Schlusspfiff ertönt war, sagte Sebastian Brand: „Die Idee hat ja gar nicht mal so schlecht funktioniert." Der Neudrossenfelder Co-Trainer erzählte, wie das Trainerteam sich aufgrund der Personalprobleme im Vorfeld eine Umstellung hatte überlegen müssen „Auch wenn wir das in dieser Form zum ersten Mal probiert haben.“ Die kreative Lösung, die sich das Team überlegt hat, hört auf den Namen Dreierkette. Der Plan schien zunächst aufzugehen, die Platzherren suchten nach Antworten auf die gegnerische Taktik.

Dreierkette oder Viererkette? Es ist letztlich eine Frage, wo ein Team sich selbst verletzlich zeigen will. Denn zehn Feldspieler können nie alle Räume auf dem Feld abdecken. Also muss sich ein Trainer gut überlegen, wohin er sein Team in Über- und wohin in Unterzahl schicken will. Die Vorteile der einen Formation sind die Nachteile der anderen.

Neudrossenfelder Überzahl im Zentrum

Der TSV Neudrossenfeld verzeichnete durch die Dreierkette im Zentrum eine Überzahl. Ein Vorteil, der sich in der ersten Hälfte in längeren Ballbesitzphasen und einer leichten spielerischen Überlegenheit niederschlug.

Doch immer dann, wenn es dem FC gelang, schnell umzuschalten, kamen die Gäste in Probleme. Ein Spieler mehr weiter vorne, bedeutet eben auch ein Spieler weniger weiter hinten. Weil aber beide Teams aus ihren jeweiligen Vorteilen kaum Ertrag erzielen, entstand eine merkwürdige Konstellation. Ein Team hatte etwas mehr Spielanteile, das andere die etwas besseren Chancen – wirklich gefährlich wurde es aber selten. Stattdessen waren es die beiden Keeper, die auf den jeweiligen Seiten ihre Mannschaften im Spiel hielten. Tobias Grüner parierte in der 28. Minute einen Kopfball von Marco Amling. Neun Minuten später hielt Florian Peter nach einem Schuss von Jannik Hannemann das 0:0 fest.

FC Herzogenaurach zu hektisch

Auch in der zweiten Hälfte änderte sich an der grundsätzlichen Dynamik relativ wenig. Der FCH agierte weiterhin zu hektisch und kam im Zentrum kaum in aussichtsreiche Positionen. Die größte Chance hatte noch Kevin Rockwell, der den Ball in der 61. Minute über statt ins Tor knallte.

So neutralisierten die Teams sich gegenseitig. Beide wankten, aber keiner fiel. Keiner wagte es, die Extraportion Risiko einzugehen. Oder auch: fußballerisches Mikado. Wer zuerst zieht, der verliert.

Erst ganz am Ende versuchte es Neudrossenfeld noch einmal. Aber am FCH-Keeper Florian Peter war kein Vorbeikommen. Jeder Ball, der in seine Richtung kam, flog Sekunden später wieder in die entgegengesetzte. Auch den Abschluss von Jahn Löhrlein zehn Minuten vor dem Ende parierte er und sorgte damit für den Endstand. Ein gerechtes Ergebnis, fand jedenfalls Sebastian Brand. „Spielerisch lief das heute über weite Strecken nicht so gut“, sagte der Neudrossenfelder Co-Trainer. „Man hat schon gemerkt, dass heute zwei Mannschaften gespielt haben, die nicht verlieren dürfen.“

FC Herzogenaurach: Peter – Rahe, Burkhardt, Karches, Geinzer (9. Dörrich), Staniszewski, Thomann (86. Dittmar), Rockwell, Amling, Jassmann (85. Ronneburg), Haas.

TSV Neudrossenfeld: Grüner – Gareis, Pauli, Lattermann (60. Löhrlein), Taubenreuther, Engelhardt, Kolb (76. Gerull), Pötzinger, Hannemann (66. Möckel), Schelenz, Schneider.

SR: Burkard (Schwebenried); Zuschauer: 150.

 

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