Sein Teamkollege war Elias Keck (TSV Buchenberg), der wie Kastner an den Olympischen Jugendwinterspielen in Lausanne teilgenommen hatte (Silber über 10 km). Mit der schnellsten Zeit (2:17,9 Minuten) auf der von beiden Läufern jeweils dreimal zu absolvierenden 1,3-km-Runde brachte Kastner die erste Mannschaft des Bayerischen Skiverbands (BSV) gleich in Führung. Im Zielsprint ließ dann Keck um 0,4 Sekunden Max Goether (VSC Klingenthal) hinter sich, der mit Luca Petzold (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) das Team Sachsen I bildete. Platz drei ging mit 1,1 Sekunden Rückstand nach Baden-Württemberg (Leopold Hensler, Matteo Lewe).

Bereits den Sprint in der klassischen Technik (1,2 km) hatte Kastner vor Lewe (SV Kirchzarten) und Goether für sich entschieden. Nachdem er im Prolog (2:46,99) noch eine Zehntelsekunde langsamer gewesen war als Lewe, dominierte er die beiden Finalläufe mit Bestzeit. Ausgetragen wurde der Sprint im DSV-Format. Dabei laufen zunächst die Plätze eins bis sechs, sieben bis zwölf und so weiter des Prologs gegeneinander. Jeweils die ersten beiden steigen immer einen Lauf auf, die letzten zwei einen Lauf ab. Keck wurde Fünfter, Kastners Vereinskollege Luis Schwinger (2:52,83) belegte unter 33 Teilnehmern Rang neun.

Alle A-Kaderathleten dabei

Etwas mehr als Platz zehn mit 18,7 Sekunden Rückstand wäre für Schwinger im Teamsprint drin gewesen, wenn sein Teamkollege Simon Leismüller (SC Partenkirchen) nicht gestürzt wäre. Hannah Stocker (Hersbruck) lief mit ihrer Partnerin Lena Keck (TSV Buchenberg), der Schwester von Elias, zur Bronzemedaille bei den U 20-Juniorinnen hinter Sachsen I mit Merle Richter und Linda Schumacher (16:48,1) sowie Thüringen I (Cindy Kammler, Lisa Lohmann/16:49,5). In der gemeinsamen Wertung mit den Damen bedeutete die Zeit von 17:15,8 Minuten den siebten Platz. Es gewannen Antonia Fraebel/Victoria Carl (16:18,2) vor ihren Weltcup-Kolleginnen Laura Gimmler und Sofie Krehl (16:28,2). Um noch einmal die hammerharten nächstjährigen Oberstdorfer WM-Strecken im Wettkampf laufen zu können, hatten alle A-Kaderathleten auf einen Weltcupeinsatz im norwegischen Trondheim verzichtet und bestritten stattdessen die Deutschen Meisterschaften.

Das warme Wetter und damit tiefer und nasser Schnee machten es nicht einfach für die Sportler. Vor allem der Skatinglauf (7,5 bis 15 km) verlief für die insgesamt neun Oberfranken nicht wie gewünscht, weil die Trainingskilometer auf Schnee einfach fehlen. Bei Jule Zeißler (SC/TV Gefrees) war zudem noch eine zehntägige Krankheit hinzugekommen. Im Sprint auf der gleichen Strecke, auf der sie sich den Titel geholt hatte, vollbrachte die Deutsche U 18-Meisterin mit Rang neun dennoch eine beachtliche Leistung, auch in taktischer Hinsicht.