Wie die drei Wohnungsbaugenossenschaften auf die Nachfrage nach Wohnungen reagieren Gibt es zu wenig bezahlbaren Wohnraum?

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Gebaut wird seit Jahren in Bayreuth. Überdurchschnittlich viel gebaut. Und es wird nicht weniger, wenn man die Pläne der drei großen Wohnungsbaugenossenschaften anschaut. Die stehen auch vor einem Problem: Bauen wird immer teurer. Die steigenden Zuschüssen von den neuen Einsparverordnungen aufgefressen. Zudem wird der Bedarf nach günstigen Wohnungen steigen. Wegen der zunehmenden Zahl ärmerer alter Menschen.

In der Unteren Herzoghöhe steht ein großes Neubauprojekt an, das die Gemeinnützige Bayreuther Wohnungsbaugenossenschaft (GBW) in den kommenden Jahren umsetzen wird. Eines von vielen Projekten der Bayreuther Wohnungsbaugenossenschaften. Foto: Eric Waha Foto: red

Die Oberbürgermeisterin  Brigitte Merk-Erbe hat es bei der Vorstellung des städtischen Haushalts als "eines der wichtigsten Themen der kommenden Jahre" bezeichnet: den Wohnungsbau. "Die betrifft alle Bereiche, aber im Besonderen die immer stärker werdende nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum." Noch im ersten Quartal werde sie zusammen mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewog "die Grundlagen legen, um neuen Wohnraum in erheblichem Maße zu schaffen".

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Viele Projekte

Was das für ein Projekt sein wird, könne sie noch nicht sagen, sagt Merk-Erbe auf Nachfrage. Auch der Geschäftsführer der Gewog, Uwe Prokscha hält sich im Gespräch mit unserer Zeitung bedeckt. Darüber werde man im März in der Aufsichtsratssitzung sprechen. Aber: Es ist nicht das einzige Projekt, das die Gewog vor der Brust habe. Das gilt auch für die Gemeinnützige Bayreuther Wohnungsbaugesellschaft (GBW) und den Bauverein.

Untere Herzoghöhe wird neu gebaut

120 neue Wohnungen, sagt der Vorstand der GBW, Markus-Patrick Keil, "werden die drei Genossenschaften in den kommenden zwei Jahren bauen". Die GBW wird allein in den kommenden zwei Jahren rund 16,6 Millionen Euro in Neubau und Bestandssanierung stecken, den Großteil davon in der Unteren Herzoghöhe, die komplett umgekrempelt wird. "Das packen wir im Frühjahr an. Der Fokus liegt auf Wohnraum für unsere Mitglieder. Wir werden dort Wohnraum mit reduzierter Wohnfläche schaffen. Weil man ein großes Thema der Zukunft im Hinterkopf haben muss", sagt Keil. "Die Altersarmut." Oft erlebten er und seine Mitarbeiter, dass sich ältere Menschen bewusst für die günstigere Variante bei den Wohnungen entscheiden, obwohl es hochwertigere Wohnungen geben würde. "Wenn man in den Einkommensnachweis schaut, weiß man es. Die armen Alten gibt es. Und es werden nicht weniger."

Wohnungen für arme Alte

Was Keil ebenfalls als Herausforderung der Zukunft sieht: "Wenn man wüsste, wie sich der Flüchtlingszuzug auf Bayreuth auswirken wird, wäre man auch klüger. Wir hoffen, dass die Stadt, vielleicht zusammen mit einem externen Partner, verlässliche Zahlen vorlegt, wo die Reise hingeht." Was keine der Genossenschaften machen könnte: auf Vorrat Wohnraum schaffen.

Bauen wird teurer

Keil, Prokscha und Julia Fick (Bauverein), stehen zudem beim Bauen vor einem Problem: Die neue Energieeinsparverordnung (Enev) für 2016 legt die Messlatte an Energiesparmaßnahmen so hoch, dass die gestiegene Förderung dafür nahezu aufgefressen wird. "Die Technik kostet bald mehr als der Bau des Gebäudekörpers", sagt Julia Fick, geschäftsührender Vorstand des Bauvereins. Das treibe die Grundmiete bei Neubauten auch in Richtung der Durchschnittsmiete in Bayreuth, sagt Gewog-Geschäftsführer Prokscha. Die Genossenschaften verlangten im Schnitt vier Euro Kaltmiete pro Quadratmeter bei ihren Bestandswohnungen. Bei Neubauten, wie die Gewog sie beispielsweise jetzt in der Insel als Abschluss des Projekts Soziale Stadt baue, "müssen wir in Richtung von 6,50 bis 7,50 Euro gehen", sagt Prokscha. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Miete in Bayreuth liegt zwischen 6,73 und 10,51 Euro im privaten Wohnungsbau. Prokscha sagt, die Mieten in Bayreuth seien vor allem deshalb gestiegen, weil in den vergangenen Jahren viele hochwertige Wohnungen und vor allem vergleichsweise teure Studentenwohnungen gebaut worden seien.

Millionen in Ersatzneubauten

Der Bauverein wird, sagt Fick, in diesem Jahr rund 3,5 Millionen Euro in die Instandhaltung stecken. In der Max-Reger-Straße wird es einen Ersatzneubau mit 15 Wohnungen geben. Kosten: ebenfalls rund 3,4 Millionen Euro. Zwischen neun und zwölf Millionen Euro pro Jahr steckt die Gewog seit 14 Jahren pro Jahr in den Bestand, sagt Prokscha. Das Jahr 2016 jedoch sei außergewöhnlich: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass vier Neubauten parallel gelaufen sind." 12,1 Millionen Euro investiert die Gewog in diesem Jahr. Rund sieben Millionen Euro in Neubauten wie in der Fantaisie-, der Kölle- oder in der Inselstraße, 3,5 Millionen Euro fließen in die Instandhaltung und Modernisierung.  

Nicht angespannt - zumindest mittelfristig

Angespannt würde keiner der Genossenschafts-Chefs den Bayreuth Wohnungsmarkt nennen. "Anders als in Ballungsräumen haben wir noch keine großen Probleme mit bezahlbarem Wohnraum", sagt Julia Fick. "Zumindest aktuell nicht. Mittelfristig werden wir das Problem lösen müssen, dass gerade im Alter verstärkt das Geld fehlt."