Denn als Teilnehmer der 38. Internationalen Kunstausstellung gewann der in Mistelgau lebende Künstler eine Quartalsausstellung.

Für die Kulturfreunde ist Siebenhaar kein Unbekannter: Er nahm bereits mehrfach an Ausstellungen teil und war selbst bereits Mitglied der Jury für die Internationale. Und auch in der Region und darüber hinaus hat sich Siebenhaar, hauptberuflich Lehrer an der Fachoberschule in Bayreuth, längst einen Namen gemacht. Er nahm an Symposien und Kunstschauen teil, gestaltete öffentliche Räume und gewann Preise: 1985 den Debütantenpreis der Freistaats Bayern, im Jahr 2000 den Hauptpreis der Sparkasse Bayreuth-Hollfeld und natürlich den Kulturpreis des Landkreises Bayreuth 2005.

Nicht im Schnelldurchlauf passieren

Wer Siebenhaar noch nicht kennt, ist also quasi selbst Schuld. Eine Gelegenheit, dies nachzuholen, bietet die aktuelle Ausstellung im Ideenhaus in der Eiergasse mit Werken von den achtziger Jahren  bis heute. Dort sind zwar nur zwei Ausstellungsräume, doch insbesondere im Falle Siebenhaars wäre ein Schnelldurchlauf durch jene ein Fehler. Denn die Objekte, Grafiken und Gemälde, egal ob Klein- oder Großformat, leben von Anspielungen und Motiven, die sich einem flüchtigen Betrachter nicht erschließen. Erst durch genaueres Hinsehen lässt sich erahnen, welche Geschichte der Künstler erzählen will.

Überall: Das Trojanische Pferd

So taucht immer wieder das Trojanische Pferd auf: in den Gemälden oder als von Rost überzogene Stahl-Plastik.  Für Robert Siebenhaar ist das Pferd aus der griechischen Mythologie ein Sinnbild, das auch in die heutige Zeit passt. "Wir sehen etwas und lassen uns blenden und rennen sehenden Auges in unser Unglück", sagt der 1955 geborene Künstler. "Wir fallen auf etwas Verlockendes herein, unser Verstand setzt aus, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten."  Auch getarnte Computerprogramme tragen ja den Namen Trojaner. Siebenhaar thematisiert den Betrug und das Spiel mit falschen Vorzeichen.

Ehrlich und ungeschönt

Siebenhaars Arbeiten sind nicht geschönt, sie wirken eher dahin geworfen und unfertig, als wären sie oftmals einfach im Entwurfsstadium stehen geblieben. Siebenhaar geht die Dinge nicht todernst an, sondern mit einer gewissen Heiterkeit. Ironie und Witz sprechen zum Beispiel aus seinen Wagner-Objekten. Um Kindheitserinnerungen drehen sich die vier neueren Werke „Schaf im Wolfspelz“, „Kaspar“, „Mutter erzählt“ und „Vom Salz des Mondes“. Der Mond und die Sonne kommen ebenfalls mehrfach bei Siebenhaar vor und symbolisieren das weibliche und das männliche Prinzip. Der Siebenhaar'sche Kosmos – unerschöpflich.

Info: Bis 2. Juli, geöffnet an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 16 Uhr.