Das Ministerium hatte darauf reagiert, dass das Robert-Koch-Institut Südtirol als Coronavirus-Riskogebiet eingestuft hat. Personen, die innerhalb von 14 Tagen nach ihrer Rückkehr aus Südtirol Coronavirus-Symptome entwickeln, seien als begründete Verdachtsfälle einzustufen, teilt das bayerische Gesundheitsministerium in einer Pressemeldung mit. Schulkinder, die in den vergangenen zwei Wochen in Südtirol waren, sollen in der kommenden Woche zu Hause bleiben, heißt es weiter.

Gesundheitsministerin Melanie Huml bekräftigte dazu: "Bei einem begründeten Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion sollte man sich telefonisch an den Hausarzt oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 wenden."

Traditioneller Skiurlaub

Skiurlaub in Sexten oder sonstwo in Südtirol hat gerade im Kulmbacher Land eine große Tradition. Über viele Jahre führte die jährliche Skifreizeit der Stadt Kulmbach nach Sexten. Was viele als Jugendliche erlebt haben, hielt sie auch als Erwachsene am Ort. Auf den Skihütten rund um Sexten Kulmbacher zu treffen ist an der Tagesordnung.

Doch genau das hat jetzt für den Landkreis Kulmbach zu einer besonderen Situation geführt. Das Kulmbacher Landratsamt hat, nachdem Südtirol nun auch zu den sogenannten Corona-Risikogebieten gehört, umgehend reagiert und eine ganze Reihe spezieller Hinweise in dieser besonderen Situation gegeben.

Das nun ganz Südtirol Risikogebiet ist, habe zu einem Problem geführt, sagt Landrat Klaus Peter Söllner. „Halb Bayern war gerade in den Faschingsferien dort.“ Das gelte auch für die Kulmbacher Bevölkerung. Nachdem die Regelungen rückwirkend für 14 Tage gelten, dürfte zahlreiche Menschen im ganzen Kulmbacher Landkreis betroffen sein.

Konkrete Verdachtsfälle, macht Landrat Söllner deutlich, gebe es derzeit im Landkreis zwar nicht. Trotzdem habe am Freitag eine Krisenkommission im Landratsamt getagt. Beteiligt waren neben dem Landrat unter anderem auch Jurist Oliver Hempfling, die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Camelia Fiedler und Schulamtsdirektor Michael Hack.

Zahlreiche Beschlüsse wurden dabei gefasst. Den wohl wichtigsten erläutert Klaus Peter Söllner: „Wir haben entscheiden, dass Kinder, die kürzlich in Südtirol gewesen sind, am Montag erstmal von der Schule zu Hause bleiben dürfen, auch wenn sie keine Krankheitssymptome zeigen.“

In der Mitteilung des Landkreises heißt es, das Robert-Koch-Institut habe am späten Donnerstagabend verkündigt, dass sich die Zahl der Risikogebiete erweitert hat. Nun wird Südtirol als weiteres Risikogebiet genannt. Der Arbeitsstab „Coronavirus“ des Landkreises tagte daraufhin am Freitag unter Beteiligung des Staatlichen Schulamtes.

Aufgrund der neuen Faktenlage wird in Ergänzung an den bisherigen Festlegungen und den Vereinbarungen mit den Ärzten aus dem Landkreis Kulmbach,im Rahmen einer Besprechung vom 3. März im Landratsamt Kulmbach folgendes mitgeteilt:

  • Die Erreichbarkeit des Gesundheitsamtes Kulmbach für Fragen und Abklärung von Verdachtsfällen ist weiterhin rund um die Uhr (auch am Wochenende) unter der Telefonnummer 09221/707-600 gewährleistet.
  • Es besteht weiterhin die Möglichkeit zur Entnahme eines Rachenabstriches zum Testen auf den Coronavirus nach individueller Risikobewertung durch den Hausarzt (oder im Notfall am Wochenende durch das Gesundheitsamt direkt).
  • Die Termine zur Probenentnahme im Gesundheitsamt sind unter der Woche jeweils um 9 Uhr, um 13 Uhr und um 16 Uhr und Samstag und Sonntag um 9 Uhr und um 13 Uhr. Eine telefonische Absprache ist dafür nötig, teilt das Amt mit.
  • Bei aufkommenden Fragen zu Rückkehrern aus den festgelegten Risikogebieten verweist die Arbeitsgruppe auf die Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, die am Freitagnachmittag herausgegeben worden ist.

Dort heißt es unter anderem: „Waren Sie in einem der Risikogebiete und bekommen Sie innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr von dort Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen, Durchfall, so vermeiden Sie alle nicht notwendigen Kontakte, bleiben Sie zu Hause und beachten Sie die Husten- und Niesetikette. Setzen Sie sich bitte umgehend telefonisch mit Ihrer Hausarztpraxis in Verbindung oder rufen Sie den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 an. Der Hausarzt oder der kassenärztliche Bereitschaftsdienst bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen.“

In Bezug auf die Schulkinder ist der Mitteilung zu entnehmen: „Schulkinder, die sich in den letzten 14 Tagen in Südtirol aufgehalten haben, sollen nächste Woche zu Hause bleiben.“

Der Arbeitsstab am Landratsamt hat auf der Homepage des Landkreises Kulmbach eine Unterseite „Informationen zum Coronavirus“ eingerichtet, auf der alle relevanten Informationen zusammengefasst sind

Das Kulmbacher Landratsamt weist zudem darauf hin, dass alle Informationen zeitaktuell angepasst werden und zu beachten sind, bis von übergeordneten Stellen wie Regierung oder Ministerien anderslautende Vorgaben verkündet werden.